Stand: 09.04.2019 15:30 Uhr

Dunkelfeldstudie vorgestellt: MV wird sicherer

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Bei vielen Straftaten wird auch weiterhin die Polizei gar nicht erst gerufen. (Archivbild)

Die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern fühlen sich offenbar immer sicherer. Das geht aus der am Dienstag in Schwerin vorgestellten Dunkelfeldstudie des Innenministeriums hervor. 96 Prozent der befragten Bürger fühlen sich tagsüber in ihrem Wohnumfeld sicher. Nachts sind es 66 Prozent.

Sicheres Gefühl im Hellen

Das ist ein Anstieg im Vergleich zur ersten Dunkelfeldstudie vor vier Jahren, sagten die Studienautoren der Polizeihochschule Güstrow und der Universität Greifswald. Sie schlussfolgern: Je heller und sauberer Wohnorte sind, desto sicherer fühlen sich die Menschen. Eine weitere Erkenntnis der Studie ist, dass jeder Fünfte in Mecklenburg-Vorpommern schon einmal Opfer einer Straftat wurde. Vor vier Jahren war es noch mehr als jeder Dritte. Besonders häufig kommt es zu Sachbeschädigungen und zu Cyberkriminalität. Und es werden mit rund 28 Prozent mehr Straftaten angezeigt. Vor vier Jahren waren es nur sieben.

Häusliche Gewalt kaum angezeigt

Große Sorgen bereitet den Studienautoren jedoch, dass sexuelle und häusliche Gewalttaten weiterhin kaum angezeigt werden. Sie fordern daher mehr Präventions- und Aufklärungsarbeit schon im Kindesalter. Und mehr Opferambulanzen, an die sich Opfer wenden können, um Beweise sicherzustellen.

Mit dem Begriff Dunkelfeld werden Straftaten benannt, die von Opfern nicht angezeigt werden. Bei der Dunkelfeldstudie wurden über 10.000 Personen im Land anonym befragt. Sie ergänzt die offizielle Kriminalitätsstatistik.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.04.2019 | 15:00 Uhr

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