Stand: 27.11.2019 19:44 Uhr

Dummerstorf: Leibniz-Institut soll Förderung verlieren

Dummerstorf: Das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN). © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
In dem Dummerstorfer Insitut arbeiten rund 300 Mitarbeiter. (Archivbild)

Das Leibniz-Institut für Nutztierbiologie (FBN) in Dummerstorf bei Rostock soll nach dem Willen der Leibniz-Gemeinschaft aus der gemeinsamen Förderung mit Bund und Land herausfallen. Das Leistungsniveau stagniere bei dem Institut mit 300 Mitarbeitern, zudem sei es der Einrichtung nicht gelungen, die 2015 geforderten Verbesserungen zu erreichen, hieß es am Mittwochabend von der Forschungsgemeinschaft aus Berlin.

Mangelnde Dynamik für wissenschaftliche Innovation

Laut dem Senat werden vom Institut zwar sehr gute wissenschaftliche Leistungen hervorgebracht, aber es fehle ein Konzept, um die notwendige Dynamik für wissenschaftlich innovative Ergebnisse zu erzeugen. Kritisiert wurden zudem die Personalpolitik sowie der Rückgang von Promotionen. In den kommenden drei Jahren werden die Fördergelder nun zurückgeschraubt.

Zuletzt Jahresbudget von 26,5 Millionen Euro

2018 betrug das Gesamtbudget des FBN nach Leibniz-Angaben 26,5 Millionen Euro, davon waren 2,3 Millionen Drittmittel. Aktuell sei das FBN an 114 Forschungsprojekten in Kooperation mit 308 Institutionen in 41 Ländern beteiligt. 2018 seien 17 Promotionen abgeschlossen worden. Rund 50 Millionen Euro wurden seit Institutsgründung für Neubauten und Modernisierungen in den Dummerstorfer Forschungscampus investiert, hieß es. Im FBN wird die Biologie von Nutztieren wie Rindern, Schweinen oder Geflügel untersucht. Dabei geht es sowohl um die Wirtschaftlichkeit der Haltung als auch um das Tierwohl.

Leibniz-Sprecher: Seltener Vorgang

Dass Leibniz-Institute aus der Förderung herausfallen, komme eher selten vor, sagte ein Leibniz-Sprecher. Im Zeitraum von 2009 bis 2016 seien 88 Institute begutachtet worden. Für die beste Kategorie mit einem maximalen Förderzeitraum von sieben Jahren seien 65 Prozent, bei fünf Prozent sei eine Beendigung der Förderung empfohlen worden.

Bedauern im Institut, Unverständnis im Agrarministerium

In einer Stellungnahme auf seiner Homepage drückte das FBN sein Bedauern über die Entscheidung in Berlin aus. Gemeinsam mit Bundes- und Landesministerien wolle man nun nach Lösungen suchen, um die wissenschaftliche Expertise am Forschungsstandort Dummerstorf zu erhalten. Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) reagierte mit Unverständnis. Das Institut in Dummerstorf stehe für Agrarspitzenforschung.

Backhaus: Eingeführte Neuerungen wurden nicht berücksichtigt

Nach der Übernahme des Instituts durch Klaus Wimmers 2016 sei ein Erneuerungsprozess mit vielen positiven Ergebnissen in Gang gebracht worden. Diese seien zum Teil nicht in den Bewertungszeitraum gefallen. Die Zahl der Publikationen sei gesteigert und acht Patente eingereicht worden. Mit der Empfehlung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft sei aber noch keine endgültige Entscheidung über die Zukunft des FBN getroffen, stellte Backhaus klar. Der Minister kündigte an, am Freitag nach Dummerstorf zu fahren.

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NDR 1 Radio MV | 27.11.2019 | 20:00 Uhr

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