Stand: 02.08.2020 10:29 Uhr

Droht im Herbst eine Welle von Firmeninsolvenzen in MV?

Die Außenansicht der Gießerei Torgelow © Christopher Niemann Foto: Christopher Niemann
Die Eisengießerei Torgelow hat Mitte Juli beim Amtsgericht Neubrandenburg Insolvenz angemeldet. Das Land will dem Unternehmen helfen. (Archivbild)

In Mecklenburg-Vorpommern sind im ersten Halbjahr weniger Unternehmen pleite gegangen als noch ein Jahr zuvor. Nach Schätzungen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform meldeten in den ersten sechs Monaten des Jahres 100 Firmen Insolvenz an - darunter auch die Eisengießerei Torgelow - das waren zehn weniger als im ersten Halbjahr 2019. Bei den Verbraucherinsolvenzen und sonstigen Insolvenzen stieg die Zahl in MV im selben Zeitraum hingegen um zehn auf 960.

Ausgesetzte Insolvenzantragspflicht

Die Ursache für weniger Firmenpleiten liegt laut Creditreform in der ausgesetzten Insolvenzantragspflicht. Die sonst dreiwöchige Pflicht gilt laut Bundesjustizministerium bis Ende September nicht. Dies gelte jedoch nur für Fälle, in denen die Zahlungsunfähigkeit auf die Folgen der Corona-Pandemie zurückzuführen sei. Damit solle versucht werden, dass Firmen etwa durch Inanspruchnahme staatlicher Hilfe eine Insolvenz abwenden können.

Insolvenzwelle im Herbst erwartet

Creditreform geht von einer Welle an zahlungsunfähigen Unternehmen ab Herbst aus, wenn diese Pflicht wieder aufgehoben sein sollte. Ob MV davon stärker betroffen sein würde als andere Bundesländer, ließe sich nur schwer vorhersagen. Die Wirtschaft im Nordosten sei eher auf viele kleine Unternehmen verteilt, welche sich etwa durch die staatlichen Hilfen zum Teil wieder erholt hätten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.08.2020 | 12:00 Uhr

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