Stand: 17.10.2019 19:02 Uhr

Drei Tote auf A1: Prozess wird neu aufgerollt

Im Januar 2019 war der Angeklagte vom Amtsgericht Ahrensburg zu drei Jahren Haft verurteilt worden. (Archivbild, © dpa-Bildfunk, Foto: Markus Scholz)

Der schwere Unfall auf der A1, bei dem im Januar 2018 drei Männer aus Wismar starben, wird vor Gericht neu aufgerollt. Das Landgericht Lübeck werde den Fall im Januar verhandeln, sagte ein Gerichtssprecher. Vor fast neun Monaten war der damals 25-Jährige vom Amtsgericht Ahrensburg wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt wurden. Mit dem Strafmaß folgten die Richter damals dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Anwälte des Verurteilten hatten dagegen Berufung eingelegt. Sie hatten im ersten Prozess eine Bewährungsstrafe gefordert.

Betrunken und sehr schnell unterwegs

Der Unfallfahrer hatte am 28. Januar 2018 auf der A1 bei Lasbek (Kreis Stormarn) das Auto der Opfer mit hoher Geschwindigkeit gerammt, woraufhin sich der Wagen überschlug. In dem Fahrzeug starben drei Männer aus Wismar im Alter von 28 bis 40 Jahren. In dem Prozess hatte der Angeklagte zu gegeben, zu dem Zeitpunkt des Unfalls betrunken gewesen zu sein. Er hatte rund 1,7 Promille Alkohol im Blut. Unfallursache war die unterschiedliche Geschwindigkeit, mit der die beiden Autos unterwegs waren, wie ein Sachverständiger sagte. Der Unfallfahrer sei zwischen 170 und 195 Kilometer in der Stunde gefahren, das Auto der Opfer höchstens 130 Km/h.

Regelmäßiger Alkoholkonsum

Während des Prozesses hatte sich der Angeklagte bei den Hinterbliebenen der Opfer entschuldigt. Er bedauere das grauenvolle Unheil, das er über sie alle gebracht habe. An den Unfall selbst könne er sich aber nicht mehr erinnern. Er habe zu der Zeit regelmäßig sehr viel Alkohol getrunken. Als Grund nannte der Mann Probleme im Job und im Privatleben. Er wisse aber, dass keine Entschuldigung der Welt die Toten wieder zurück ins Leben bringen könne.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 17.10.2019 | 20:00 Uhr

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