Stand: 23.01.2020 17:23 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Drei Jungen in Vorpommern missbraucht - Haftbefehle

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Einem Betreuer der Einrichtung für geistig behinderte Kinder und Jugendliche fielen Verhaltenveränderungen bei den betroffenen Kindern auf. (Archivbild)

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald sind wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern am Donnerstag zwei Männer in Untersuchungshaft gekommen. Ein 33-jähriger Mann soll zwei geistig behinderte Jungen im Alter von zwölf und 13 Jahren sexuell missbraucht haben. Die Kinder lebten in einer Behinderteneinrichtung im selben Dorf wie der Tatverdächtige. Zudem steht ein 35-Jähriger im Verdacht, einen zehn Jahre alten Jungen über einen längeren Zeitraum massiv missbraucht zu haben. Er soll seine Taten gefilmt haben. Gegen den Mann wird auch wegen der Verbreitung kinderpornografischer Schriften ermittelt.

Haftbefehle erlassen

Gegen beide Männer erließ das Amtsgericht Greifswald Haftbefehle. Ob noch weitere Kinder betroffen sind, wird laut Staatsanwaltschaft Stralsund noch ermittelt. Die Namen der Orte wurden nicht bekannt gegeben.

Missbrauch in der Wohnung des mutmaßlichen Täters

Im Fall der behinderten Kinder soll der Betreuer einer Wohngruppe für geistig behinderte Kinder und Jugendliche seinen Verdacht bei der Polizei gemeldet haben. Ihm sei ein verändertes Verhalten der Kinder aufgefallen. Ersten Ermittlungen zufolge soll der Mann die beiden Kinder in seiner eigenen Wohnung missbraucht haben. Er soll sie vergewaltigt haben. Durch kindgerechtes Befragen, den Einsatz der Rechtsmedizin und kriminalpolizeiliche Ermittlungen habe sich der Verdacht erhärtet, hieß es.

Mutmaßlicher Täter bereits mehrfach verurteilt

Der Beschuldigte ist bereits mehrfach polizeilich in Erscheinung getreten. Er sei bereits elf Mal wegen Vermögens- und Gewaltdelikten zu Geld- und Freiheitsstrafen verurteilt worden, jedoch nicht wegen Sexualdelikten, hieß es.

Zweiter Fall am selben Tag

Im Fall des missbrauchten Zehnjährigen kamen die Ermittler dem 35-jährigen Verdächtigen nach einem Hinweis von US-Behörden auf die Spur. Diese hatten einschlägiges Material im Internet entdeckt und über den Fachbereich Kinderpornografie des Bundeskriminalamt an die Anklamer Ermittler übergeben. Im Sommer 2019 stellten Kriminalbeamte bei einer Wohnungsdurchsuchung wegen Verdachts der Verbreitung kinderpornografischer Schriften Datenträger sicher.

Verdächtiger wurde nach Hinweis schnell identifiziert

Die Auswerter der Datenträger in München teilten den Ermittlern in Anklam Anfang dieser Woche den Verdacht mit, dass der Beschuldigte selbst ein Kind schwer sexuell missbrauchen könnte und davon eigene Aufnahmen herstellte. Das Kind und der 35-Jährige wurden laut Polizei in kurzer Zeit identifiziert.

Weitere Informationen

Zehnjähriger massiv missbraucht: Verdächtiger gefasst

23.01.2020 16:00 Uhr

Die Polizei hat einen 35-Jährigen Mann aus dem Landkreis Vorpommern-Greifswald festgenommen. Er soll einen zehn Jahre alten Jungen sexuell missbraucht und dies gefilmt haben. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.01.2020 | 12:00 Uhr

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