Gelände an der Güstrower Straße in Schwerin © NDR Foto: NDR

Diskussion um geplantes Wassersportzentrum in Schwerin

Stand: 13.01.2022 17:23 Uhr

Ein neues Wassersportzentrum für Schwerin ist schon seit Jahren im Gespräch. Es gibt für eine Fläche am Ziegelaußensee auch schon Pläne mehrerer Investoren. In einer neuen Stellungnahme sieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) die Pläne kritisch.

von Andreas Lußky, Mecklenburgstudio Schwerin

Es ist der klassische Streit: Die einen wollen mehr Touristen, mehr Platz für den Wassersport und die in Schwerin lange diskutierte Tankstelle für Wassersportler. Die anderen fürchten, dass mit so einem Projekt die Natur, derer wegen die Touristen kommen, Schaden nimmt. Die einen, das sind in diesem Fall Investoren und Stadtverwaltung, die Bedenken kommen von Umweltschützern.

Dauerliegeplätze werden zum Zankapfel

Zwei Varianten haben die Investoren der Stadtverwaltung aktuell für das 24 Hektar große Areal am Schweriner Ziegelaußensee vorgelegt. Die Investoren wollen Reparaturmöglichkeiten für Boote, Ferienwohnungen und auch Liegeplätze errichten. Und die – beziehungsweise deren Anzahl - sind aus BUND-Sicht problematisch: "Bis zu 80 neue Dauerliegeplätze sieht eine Variante vor", sagt BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag gegenüber NDR1 Radio MV. "Das widerspricht der Vereinbarung zwischen BUND und Stadtverwaltung, dass über fünf Jahre gar keine neuen Dauerliegeplätze am Schweriner See dazukommen dürfen."

Zu viele Boote für die Vogelschutzgebiete?

Mehr Liegeplätze, das bedeutet mehr Boote und damit mehr Belastungen für die Natur, insbesondere für die Vögel, argumentieren die Umweltschützer. Große Teile der Schweriner Seen sind als Vogelschutzgebiete ausgewiesen. "Was in Ordnung ist", so Cwielag weiter, "sind Kurzzeitliegeplätze, etwa für Boote, die ihre Wassertanks und füllen oder leeren." Auch eine Wassertankstelle soll Teil der Marina sein, auch die sieht der BUND kritisch. "Der Trend gehe zu Booten mit Elektromotoren, eine Tankstelle werde nur für große schnelle Boote benötigt", schätzt Cwielag ein. Die seien für Flora und Fauna besonders schädlich.

Diskussion noch nicht zu Ende

Baudezernent Bernd Nottebaum (CDU) will zum Thema Wassersportzentrum jetzt nochmal die Stadtpolitik fragen, ein Gremium aus Fraktions- und Ausschussvorsitzenden soll zusammenkommen. Das soll die Pläne der Investoren noch einmal diskutieren, insbesondere die Frage der Liegeplätze. Dann seien wiederum die Investoren am Zug, die am Ende dann noch eine konkrete Baugenehmigung beantragen müssen. Bis die Bagger anrücken, vergehen laut Nottebaum noch mehrere Jahre.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.01.2022 | 17:23 Uhr

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