Zwei Schüler mit Mundschutz schauen auf ein Tablet. © imago images Foto: imago images / Westend61

Digitalisierungs-Strategie für Schulen in MV vorgestellt

Stand: 18.02.2021 15:19 Uhr

Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hat am Donnerstag die neue Digitalisierungsstrategie für die Schulen im Land vorgestellt. Dafür sind 80 Millionen Euro im Nachtragshaushalt vorgesehen.

Die Digitalisierungsstrategie besteht aus drei Säulen: Zum einen geht es um die IT-Infrastruktur, also die gesamte technische Austattung. Unter anderem sind noch immer viele Schulen nicht an das Breitbandnetz angeschlossen, was zu massiven Problemen führt. Zum zweiten muss und soll die digitale Kompetenz der Kinder gestärkt werden, damit sie sich gut in der digitalen Welt bewegen können. Außerdem bekommen die Lehrer Weiterbildungen, um sie für digitales Lehren zu qualifizieren. Mit dieser neuen Strategie sollen sich Land, Kommunen und Schulträger verstärkt gemeinsam für das Thema Digitalisierung stark machen.

Digitale Landesschule bis 2025

Ziel sei es, bis zum Jahr 2025 eine sogenannte "digitale Landesschule" zu errichten. Dort können Lehrer digitale Unterrichtseinheiten produzieren und landesweit zur Verfügung stellen. Langfristig sind hier auch Live-Unterrichtsstunden vorgesehen. Außerdem sollen digitale Unterrichtsinhalte und -materialien entwickelt und gekauft werden, die auf Mecklenburg-Vorpommern zugeschnitten sind.

Kinder sollen gleiche Chancen haben

In der zweiten Märzwoche soll den Schulen im Land eine Videofunktion auf der "itslearning-Plattform" zum Testen zur Verfügung stehen. Ziel von Ministerium, Kommunalvertretern und Zweckverband eGovernment ist es, allen Kinder langfristig die gleichen Chancen beim digitalen Lernen zu ermöglichen. Wann das soweit sein wird, ließ Bildungsministerin Martin offen.

Linke: "Alter Wein in neuen Schläuchen"

Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft lobte die Initiative, kritisierte gleichzeitig aber, dass die Strategie viel zu spät komme. Kritik kommt auch von der Fraktion "Die Linke" - die Vorsitzende Simone Oldenburg sagte, dass Bildungsministerin Martin alten Wein in neuen Schläuchen verkaufe. Die Strategie enthalte nichts Neues. Hier seien längst bekannte Vorschläge und Maßnahmen zusammengeschustert und ein weiteres Mal verkauft worden, so Oldenburg. Es bleibe bei einem digitalen Flickenteppich. Ministerin Martin nannte diese Strategie dagegen bundesweit einmalig.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 18.02.2021 | 13:00 Uhr

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