Digitalisierung: Rostock versucht Schulen fit für Ferienende zu machen

Stand: 20.07.2021 17:36 Uhr

In Rostock werden die Sommerferien genutzt, um an sechs Schulen die Vorausetzungen für digitales Lernen zu schaffen. NDR 1 Radio MV hat sich im Gymnasium Reutershagen mit dem Projektleiter und den Handwerkern vor Ort getroffen.

Seit Ende Juni werden im Gymnasium Reutershagen und in der benachbarten Grundschule die Wände aufgestemmt, Kabelschächte gelegt und Datenkabel durch das gesamte Gebäude gezogen. Sie werden angeschlossen, durchgemessen und brandsicher gemacht. Wenn alles fertig ist, liegen dort zehn Kilometer Kabel. Die Stadt will alle ihre kommunalen Schulen auf einen technischen Standard bringen mit WLAN im Haus und auf dem Schulhof, genügend Datentechnik am Lehrertisch und digitalen Tafeln.

Preissteigerungen von 30 Prozent - Fördersumme bleibt gleich

In zwei Wochen geht die Schule wieder los. Bis dahin müssen 30 Klassenräume fertig sein. Da das Gymnasium Reutershagen kein Neubau ist, sondern vor ein paar Jahren saniert und erweitert wurde, sind einige Wände nicht so gerade oder stabil wie es sich die Elektriker und Datentechniker wünschen. Die Männer der Güstrower Elektro-Firma, die die Arbeiten dort ausführen, sind nur zu fünft. Bei einer so kleinen Mannschaft wird von morgens bis in den frühen Abend gearbeitet. Projektleiter Roland Nehls ist froh, dass er überhaupt Handwerker gefunden hat. Viele Firmen haben auf die Ausschreibungen gar nicht reagiert oder hatten überhöhte Preisvorstellungen. Hinzu kommen Preissteigerungen von circa 30 Prozent während die Fördersumme aus dem Bundesprogramm "DigitalPakt Schule" gleich bleibt. 90 Prozent zahlt der Bund, den Rest trägt das Land. Sollten die Arbeiten und Materialien teurer werden als vor einem halben Jahr geplant, muss die Stadt die Differenz bezahlen.

Nur jede 4. Schule in Rostock hat notwendige Infrastruktur

Von den insgesamt 44 kommunalen Schulen in Rostock sind nur elf mit der benötigten IT-Infrastruktur ausgestattet, bei manchen laufen die Arbeiten noch. Während der Sommerferien wird an sechs Schulen gearbeitet, eigentlich sollten es 20 sein. Das Problem: die Firmen sind ausgebucht, zu teuer oder es fehlen Fachkräfte. Bisher hatte die Stadt versucht, die Bauarbeiten immer in die Ferienzeit zu legen, damit Schüler und Lehrer nicht gestört werden. Wenn die Lage aber so bleibt, muss wohl auch in der Schulzeit gebaut werden. Die Fördergelder vom Bund werden nur bis 2024 gezahlt. Bis dahin müssen in Rostock noch die restlichen 33 Schulen mit der digitalen Infrastruktur ausgestattet werden. Davon bleiben die mehr als 800 Gymnasiasten und Grundschüler in Rostock-Reutershagen wohl verschont. Ende des Jahres sollen sie auch mit digitalen Tafeln, Laptops oder Tablets loslegen können .

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