Stand: 15.01.2019 06:22 Uhr

"Die Vielen": Theater-Bündnis gegen rechts

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Rund 500 Kulturinstitutionen haben die "Erklärung der Vielen" bereits unterzeichnet.

In der Stadthalle Greifswald ist am Montagabend eine kulturpolitische Erklärung gegen rechts verabschiedet worden. Eingeladen waren Galerien und Kultur-Institutionen des Landes vom Theater Vorpommern.

Aufführungen werden gestört

Hintergrund der Bewegung "Die Vielen" ist die Zunahme von rassistischer und populistischer Kritik an der Kunst und Kultur in Deutschland. So wurden in Theatern zunehmend Aufführungen gestört. Mitglieder rechter Parteigruppierungen haben versucht, sich durch öffentliche Verlautbarungen in die Spielplangestaltung einzumischen. In Greifswald haben deshalb knapp dreißig Vertreter von Galerien, Jugendkunstschulen, Theatern und anderen Veranstaltungsorten aus Mecklenburg-Vorpommern die Erklärung unterzeichnet.

"Alles was nicht AfD ist, wird 'linksversifft' genannt"

Auf eine aggressive, giftige Art werde die Kunstfreiheit angegriffen, so der Präsident des Deutschen Bühnenvereins, Ulrich Khuon: "Im Grunde wird alles, was nicht AfD ist, als 'linksversifft' bezeichnet. Außerdem gibt es den Weg über Gerichte und Kleine und Große Anfragen in den Parlamenten", sagt der Intendant des Deutschen Theaters Berlin. An seinem eigenen Haus wurde 2018 die Performance "Global Gala" von Anhängern der rechtsextremen "Identitären Bewegung" gestört.

Theater sollen Blick auf das Ganze werfen

Der Chef des Bühnenvereins plädiert dafür, dass die Theater verstärkt den Blick auf das Ganze werfen und die Gesellschaft spiegeln. "Es geht um Fragen wie: Warum haben Menschen das Gefühl, dass sie zu kurz kommen? Warum gibt es keinen Wohnraum? Warum verdient die Kita-Erzieherin so wenig?", erläuterte der 67 Jahre alte Theatermacher. Demokratie und Integration seien wichtige Themen.

Erklärung von 500 Einrichtungen unterzeichnet

Die "Erklärung der Vielen" ist im Oktober 2018 von Berliner Künstlern veröffentlicht worden. Rund 500 Kulturinstitutionen haben sie bereits unterzeichnet und tauschen sich unter anderem über den Umgang mit Anfeindungen aus. Mit der Greifswalder Initiative hat sich Mecklenburg-Vorpommern der bundesweiten Initiative im Kampf um die Freiheit von Kunst und Kultur angeschlossen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.01.2019 | 06:00 Uhr

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