Ein Pilzsammler hält Steinpilze, Pfifferlinge und Maronen in seinen Händen. © dpa-Zentralbild

Die Pilzsaison beginnt mit Beratungsangeboten

Stand: 28.08.2021 11:28 Uhr

In den kommenden Wochen werden sich viele Pilzkörbe im Land gut füllen. Ehrenamtliche Pilzberaterinnen und -berater sorgen dafür, dass beim Verzehr keine böse Überraschung folgt.

von Jürn-Jakob Gericke, NDR 1 Radio MV

Für Pilzfreunde beginnt gerade die ergiebigste Zeit des Jahres. In Wäldern, auf Wiesen und in Gärten sprießen besonders viele Pilze und die meisten Sorten lassen sich jetzt blicken. Mit dem Start der Hauptsaison sind auch die Pilzberaterinnen und -berater in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt gefragt. Wer bei einer Sorte im Korb unsicher ist, sollte ihre Expertise nutzen, damit nicht im schlimmsten Fall eine Vergiftung droht. Im Botanischen Garten der Universität Rostock zum Beispiel gibt es ab sofort sonnabends und sonntags feste Zeiten für Pilzberatungen, laut einer Mitteilung der Stadtverwaltung jeweils von 14 bis 18 Uhr und ab dem 16. Oktober von 14 bis 17 Uhr.

Auch giftige Sorten haben Saison

Warmes Wetter und kräftige Regenschauer lassen den Angaben zufolge gute Erträge erwarten. Schon der feuchte Mai hat viele Speisemorcheln und Mairitterlinge gebracht. Jetzt haben Pfifferlinge, Täublinge, Steinpilze, Hexenröhrlinge und Champignons Saison. Im September kommen noch die beliebten Maronen dazu. "Aber Vorsicht, Giftpilze wie der Grüne Knollenblätterpilz, der Pantherpilz und der Giftchampignon haben ebenfalls ihre Hochsaison", warnt Rostocks Leitende Pilzberaterin Ria Bütow. Sie ist eine von mehr als 40 ehrenamtliche Pilzberaterinnen und -beratern, die es laut Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) in Mecklenburg-Vorpommern gibt.

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Jemand legt einen Pilz in einen Korb. © Colourbox Foto: Dmitry Travnikov

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Viele regelmäßige Beratungstermine

In der Naturschutzschutzstation in Schwerin-Zippendorf wird bis zum Ende der Hauptsaison im Oktober jeden Montag zwischen 16 und 17 Uhr eine Pilzberatung angeboten. In Bad Doberan im Kornhaus sind Sachverständige sonnabends und sonntags von 14 bis 17 Uhr zu finden. Bei den Beratungen helfen die Expertinnen und Experten, die gefundenen Pilze zu bestimmen und informieren über giftige Sorten. Sie führen Pilzexkursionen und Ausstellungen durch, halten Vorträge und helfen im Bedarfsfall bei der Aufklärung von Pilzvergiftungen. Sie können aber auch Tipps zur Zubereitung der genießbaren Pilze geben. Auch außerhalb von festen Beratungsterminen können die Pilzberaterinnen und -berater kontaktiert und aufgesucht werden.

Hinweise für Pilzsammlerinnen und -sammler

Wer eine Pilzart noch nicht kennt, sollte sie getrennt von den bekannten Speisepilzen mitnehmen. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) rät zudem, dass die Pilze in unterschiedlichen Altersstadien gesammelt werden, um den Pilzberatern bei der Bestimmung zu helfen. Wichtig ist, dass alle Merkmale des Pilzes vorhanden sind (Hut, Stiel und gegebenenfalls die Stielknolle). Die Funde sollten nicht in Kunststofftüten gesammelt werden, damit sie keine Giftstoffe bilden. Vor dem Verzehr müssen Pilze gut und ausreichend lange erhitzt werden - mindestens zehn Minuten lang. Pilze an viel befahrenen Straßen oder auf Industrieflächen können Schadstoffe anreichern und sollten deshalb dort nicht gesammelt werden.

Bei Vergiftungen sofort zum Arzt

Sollte es auch nur einen geringen Verdacht auf eine Pilzvergiftung geben, muss laut LAGuS sofort ein Arzt informiert oder direkt die Notaufnahme eines Krankenhauses aufgesucht werden. Putz- und Speisenreste sowie Erbrochenes sollten sichergestellt werden. Im vergangenen Jahr wurden für Mecklenburg-Vorpommern laut dem Giftinformationszentrum in Erfurt bis zum Oktober 35 Pilzvergiftungen gemeldet. Ein Jahr zuvor, als es eine Pilzschwemme gab, wurden für Mecklenburg-Vorpommern 60 Fälle gezählt, 2018 nur 17. Die tatsächlichen Zahlen könnten höher liegen, da wahrscheinlich nicht in jedem Fall das Zentrum konsultiert wurde, hieß es. 2020 wurden demnach am häufigsten Champignons mit Karbolegerlingen verwechselt.

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Pilzberatung Universität Rostock

Der Botanische Garten der Universität Rostock bietet in den kommenden Wochen Beratungen für Pilzsammler an. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.08.2021 | 12:00 Uhr

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