Stand: 20.08.2014 16:15 Uhr

Die Jagd auf das letzte Phosphor hat begonnen

Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde © Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde wird ein Forschungsstützpunkt des Wissenschaftscampus".

Essenzieller Baustein für das Erbgut allen Lebens, in der Landwirtschaft unverzichtbar: Phosphor ist in nahezu allen Düngern zu finden. Doch weltweit gehen die Vorräte zur Neige. Mit ihren Unterschriften unter dem Forschungsauftrag haben Wissenschaftler der Rostocker Universität und von fünf Leibniz-Instituten im Land am Mittwoch den "Wissenschaftscampus Phosphorforschung" gegründet. Ziel ist die Suche nach alternativen Quellen für Phosphat-Dünger.

Phosphor-Rückgewinnung und die Suche nach Alternativen

Die Forscher wollen herausfinden, wie Phosphor effizienter als bisher eingesetzt oder aus Bio-Abfällen zurück gewonnen werden kann. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt ist die Suche nach Alternativen für den Mineral-Dünger. Außerdem geht es um die Frage, wie vom Feld gespülter Phosphor aus den Gewässern entfernt werden kann, bevor er im Meer landet.

1,3 Millionen Euro Forschungsetat

Um die Arbeit der Wissenschaftler zu koordinieren und Forschungsprojekte anzuschieben, stellen die Leibniz-Gemeinschaft, die Universität Rostock sowie das Agrar- und das Bildungsministerium bis 2020 rund 1,3 Millionen Euro zur Verfügung. Außerdem laufen mehrere Anträge für große nationale und internationale Forschungsprojekte.

Stickstoff-Phosphor-Dünger © dpa-Bildfunk Foto: Bernd Wüstneck
Weltweit geht der Vorrat an Phosphor-Mineralien zu Ende. Wissenschaftler suchen nach Alternativen.

82 Prozent der weltweit abgebauten Phosphate landen laut Experten auf den Feldern und lassen Pflanzen besser wachsen. Es gehe darum, das vorhandene Potenzial nutzbar zu machen, Phosphate aus Gewässern und Sedimenten zurückzugewinnen und künftig möglichst mit einer minimalen Phosphordüngung auszukommen, sagte Agrarwissenschaftler Peter Leinweber beim offiziellen Startschuss.

Nährstoffe aus der Landwirtschaft als Umweltproblem

Durch den Bau neuer Kläranlagen in den zurückliegenden 20 Jahren hat sich in Deutschland nach Angaben von Wissenschaftlern der Nährstoffeintrag in die Ostsee schon um 90 Prozent verringert. Ein Schwerpunkt künftiger Forschung sei daher, die Einleitung über die Landwirtschaft zu verringern.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.08.2014 | 16:00 Uhr

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