Stand: 14.05.2018 14:52 Uhr

Deutscher Schulpreis: Jubel in Greifswald

"Integration ist anstrengend, aber sie lohnt sich" urteilte die Jury des höchstdotierten Schulwettbewerbs Deutschlands: Der Deutsche Schulpreis 2018 geht in diesem Jahr an das Evangelische Schulzentrum Greifswald. Er ist mit 100.000 Euro dotiert. Über einen der fünf weiteren Preise in Höhe von 25.000 Euro darf sich ebenfalls eine Schule aus dem Norden freuen - die integrierte Gesamtschule Hannover-List.

Wegweisende Konzepte für Deutschland

Überreicht wurde die Auszeichnung von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Die weiteren Siegerschulen der insgesamt sechs Preise, die die Robert-Bosch-Stiftung gemeinsam mit der Heidehof Stiftung jährlich vergibt, kommen aus Bremen, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Das ebenfalls für das Finale nominierte Eldenburg-Gymnasium in Lübz, sowie die Schule an der Glinder Au, die Stadtteilschule Winterhude und das Walddörfer-Gymnasium aus Hamburg erhalten wie alle anderen Nominierten ohne Hauptpreis einen Anerkennungspreis in Höhe von 5.000 Euro.

Karliczek würdigte alle Gewinnerschulen für ihre herausragenden Leistungen. Gemeinsam mit den Ländern arbeite sie daran, die schulischen Rahmenbedingungen in Deutschland zu verbessern. Dafür brauche man ausgezeichnete Schulen, die mit guten Konzepten überzeugen können, hieß es.

Beispiel für gelungene Integration

Die Martinsschule in Greifswald zeichnet sich besonders durch ihr Inklusionskonzept aus. Fast die Hälfte der 550 Schüler ist geistig oder körperlich gehandicapt und hat einen besonderen sonderpädagogischen Bedarf. Dieser Anteil liegt weit über dem Landesdurchschnitt. Vergleichsarbeiten, die zentralen Abiturklausuren und weitere Abschlussergebnisse lägen ebenfalls seit Jahren über dem Landesdurchschnitt.

"Ich bin stolz, dass wir dieses Schulzentrum in unserer Stadt haben, das mit seinem einzigartigen und zeitgemäßen Profil einen wesentlichen Baustein unserer vielfältigen Bildungslandschaft in Greifswald darstellt", sagte Greifswald Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne). Mit der Auszeichnung zeige sich, dass Inklusion gut gestaltet und gelebt werden könne, wenn Ideen und Kraft, Engagement und Begeisterung gebündelt würden. "Inklusion ist anstrengend, aber sie lohnt sich", sagte Professor Michael Schratz, Erziehungswissenschaftler von der Universität Innsbruck und Sprecher der Jury des Deutschen Schulpreises. Während manche die Inklusion für gescheitert erklären, beweist die Martinschule mit ihrem außergewöhnlichen Inklusionsmodell das Gegenteil, so Schratz.

Hauptpreis mit 100.000 Euro dotiert

"Für mehr gute Schulen!" ist das Motto des im Jahr 2006 ins Leben gerufenen Deutschen Schulpreises. Die Jury bewertet die Schulen in sechs Kategorien: Leistung, Umgang mit Vielfalt, Unterrichtsqualität, Verantwortung, Schulleben und Schule als lernende Institution. Alle Schulen, die von der Jury besucht wurden und keinen Preis erhalten haben, profitieren vom Schulentwicklungsprogramm des Deutschen Schulpreises. Über zwei Jahre hinweg werden sie individuell begleitet und nehmen an Seminaren und Vernetzungsangeboten teil.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.05.2018 | 13:15 Uhr

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