Stand: 18.10.2018 17:49 Uhr

Polizei lobt deutsch-polnische Großübung

Einen Tag nach einer groß angelegten deutsch-polnischen Polizeiübung in Vorpommern haben Beamte auf deutscher Seite eine erste Auswertung vorgelegt. Wie Neubrandenburgs Polizei-Präsident Nils Hoffmann-Ritterbusch am Donnerstag sagte, habe die Kooperation bis auf "einige kleinere Irritationen" sehr gut geklappt. Am Mittwoch waren rund 750 Polizisten vor allem im Süden Vorpommerns mit Hubschraubern und Suchhunden für einen simulierten Entführungsfall im Einsatz.

Übung sollte Schwächen aufdecken

Probleme hätte es noch in der Kommunikation gegeben, so Hoffmann-Ritterbusch. So seien zum Beispiel Suchmannschaften in falsche Bereiche geschickt worden. Auch hätten spezielle Fachbegriffe in beiden Ländern unterschiedliche Bedeutungen - was zu Mißverständnissen führte. Nach wie vor ungeklärt ist laut Hoffmann-Ritterbusch der grenzübergreifende Einsatz von Hubschraubern: Zwar ist dieser durch das deutsch-polnische Polizeiabkommen theoretisch möglich, in Polen allerdings gelten Helikopter als militärische Fluggeräte und deshalb müsse bei jedem Überflug der Grenze die polnische Armee zustimmen. Ziel der Übung war es vor allem, mögliche Schwächen bei einer gemeinsamen Fahndung aufzuzeigen.

Deutsch-polnische Polizeiübung in MV

Simulierte Entführungsfall sorgt für Großeinsatz

Für die Übung waren am Mittwoch mehrere Hundert Beamten aus beiden Ländern im Osten Mecklenburg-Vorpommerns zusammengekommen. Bei der bisher größten deutsch-polnischen Polizeiübung nördlich von Berlin wurde auch ein Schusswechsel eingebaut. Einer der Täter wurde als "verletzt" in eine Klinik gebracht. Das Training hatte am Morgen in Ribnitz-Damgarten begonnen. In dem Szenario war ein 14-jähriger Junge, seine Mutter und ihr Baby von dem Ex-Mann aus Polen und einem Komplizen entführt worden.

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03:01
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Großübung deutscher und polnischer Polizisten

18.10.2018 19:30 Uhr
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Der Osten Mecklenburg-Vorpommerns ist Schauplatz der bisher größten deutsch-polnischen Polizeiübung nördlich von Berlin gewesen. Zweisprachige Beamte spielen dabei eine wichtige Rolle. Video (03:01 min)

Im Rahmen der Übung war es zu Straßensperren und Polizeikontrollen in der weiteren Umgebung gekommen. Die Anwohner in den beteiligten Orten waren zuvor über nähere Einzelheiten informiert worden. Außerdem kamen Hubschrauber, Spürhunde Drohnen und berittene Kräfte zum Einsatz.

Reale Fälle waren Hintergrund der Übung

Zuletzt war im April ein Pole auf deutscher Seite in Löcknitz (Vorpommern-Greifswald) entführt worden. Die Entführer wurden kurz danach auf der polnischen Seite der Grenze gefasst. 2015 hatte ein psychisch Kranker in der polnischen Region Pölitz (Police) eine Zehnjährige entführt. Der Mann wurde einen Tag später bei Friedland festgenommen und das Opfer befreit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.10.2018 | 18:00 Uhr

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