Stand: 21.07.2020 15:20 Uhr

Denkmalschutz stoppt Pläne für Wismarer Hochbrücke

Luftbild von Wismar mit der Hochbrücke (Rostocker Straße) im Vordergrund. © NDR Foto: Georg Hundt
Die marode Hochbrücke ist schon seit Jahren nur eingeschränkt nutzbar und soll deshalb durch einen Neubau ersetzt werden.

Die neue Hochbrücke in Wismar muss anders gebaut werden als bislang geplant. An der vorgesehenen Trasse steht eine alte Malzfabrik - und die darf nicht abgerissen werden, weil sie als Denkmal eingestuft ist.

Denkmalwert bestätigt, Abriss nicht möglich

Nachdem die alte Malzfarbrik "Wismaria" Ende des vergangenen Jahres einen neuen Investor bekommen hat, hatte das Straßenbauamt Schwerin eine Voranfrage an die Denkmalschutzbehörde gestellt. Das Amt bestätigte den Denkmalwert des leerstehenden Gebäudes und das heißt: Die 130 Jahre alte Fabrik muss stehen bleiben.

Unterstützung durch Expertengruppe

Erst vor gut einem Jahr hatte Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) eine Expertengruppe "Großprojekte" eingesetzt, um besonders wichtige Bauvorhaben auf Bundes- und Landesstraßen voranzutreiben. Dazu gehörte nach seinen Angaben insbesondere auch der Neubau der 660 Meter langen Ersatzbrücke am Wismarer Mühlenteich. Nun wurden die Planer durch die Entscheidung der Denkmalschutzbehörde überrascht.

Neue Lösung soll "Wismaria"-Pläne berücksichtigen

Pegel bedauerte, dass die bisherige bevorzugte Lösung nicht umgesetzt werden kann. Doch könne man sich für das Planfeststellungsverfahren nun auf die Varianten konzentrieren, die auch aus Denkmalschutzsicht realisierbar seien und dabei auch die Pläne des Investors für die alte Malzfabrik berücksichtigen. Der "Wismaria"-Investor hat selbst einen Vorschlag gemacht, wie die Trasse für die neue Hochbrücke gebaut werden kann. Diesen Vorschlag prüfe man gerade, sagte der Leiter des Straßenbauamts, Stefan Anker. Bis Jahresende soll ein Ergebnis vorliegen.

Wichtige Verkehrsader seit Jahren nur eingeschränkt nutzbar

Die Hochbrücke ist eine wichtige Verbindung zwischen der Autobahn A20 und der Stadtmitte von Wismar. Sie wurde 1970 gebaut und ist inzwischen baufällig: Schon seit 2011 ist die marode Brücke für den Schwerlastverkehr gesperrt. Die Stadt rechnet in den kommenden Jahren mit zunehmendem Verkehr. Prognosen zufolge würden täglich 19.000 Fahrzeuge über die Hochbrücke rollen.

Weitere Informationen
Visualisierung einer Hochbrücken-Variante in Wismar © Straßenbauamt Schwerin Foto: Straßenbauamt Schwerin

Wismar: Alternative für Hochbrücke vorgestellt

In Wismar hat eine Bürgerinitiative alternative Pläne für eine neue Hochbrücke vorgestellt. Es geht um eine Troglösung mit abgesenkter Straße - eine deutlich teurere Variante. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.07.2020 | 15:00 Uhr

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