Stand: 19.10.2019 14:55 Uhr

Demonstranten fordern mehr Geld für Bildung

Bild vergrößern
In Rostock sind etwa 500 Demonstranten dem Aufruf der GEW gefolgt.

100 statt 50 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für die Bildung in Mecklenburg-Vorpommern. Dafür haben am Sonnabend jeweils mehrere Hundert Menschen in Schwerin, Greifswald, Rostock und Neubrandenburg demonstriert.

GEW-Chef: Es drohen Schulschließungen

Der Landesvorsitzende der Lehrergewerkschaft GEW, Maik Walm fordert, "die Abwärtsspirale der Bildung in Mecklenburg-Vorpommern zu stoppen". Die Sparpolitik des Landes auf dem Rücken der Lehrer müsse beendet werden. Wenn es so weitergehe, drohten nicht nur mehr Unterrichtsausfälle, sondern auch Schulschließungen. 80 Prozent aller Lehrer werden in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen.

Lehrer protestieren bei der Demo der GEW in Rostock.

Demos: Lehrer beklagen Bildungsnotstand

Nordmagazin -

Ständiger Unterrichtsausfall und Überlastung: Bei Demos in mehreren Städten haben Lehrer mehr Geld für Bildung gefordert. Auch in Rostock gingen 750 Menschen auf die Straße.

3,33 bei 3 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Bildungsministerin verweist auf Digitalpakt

Die Gewerkschaft verlangt mehr Lehrer einzustellen und die Zahl der Pflichtstunden zu reduzieren. Die von der Landesregierung eingeplanten zusätzlichen 50 Millionen Euro reichten nicht, um Personalmangel zu bekämpfen und gute, inklusive Bildung zu bieten, so Walm. Mit Blick auf die geplanten Mehrausgaben im Schulpaket entgegnete Bildungsministerin Bettina Martin (SPD): "Das ist sehr viel Geld. Das Schulpaket wird uns guten Spielraum geben, die Situation spürbar zu verbessern." Zudem verwies Martin auf weitere 110 Millionen Euro aus dem Digitalpakt Schule, die bis 2024 zusätzlich zur Verfügung stünden.

Mittel für Sozialarbeiter jahrzehntelang nicht erhöht

Auch an Schulsozialarbeitern fehle es im Land. Diese Stellen werden über das Sozialministerium finanziert. Dafür gab es seit mehr als zwei Jahrzehnten keine Etaterhöhung mehr. Das kritisieren selbst Kommunalpolitiker von SPD und CDU schon seit Jahren. Der landesweite Protest wurde neben der GEW auch von der Landeskonferenz der Studierendenschaften, dem Verband Sonderpädagogik und dem Landesschülerrat unterstützt.

Weitere Informationen

Grundschullehrer-Mangel: Neue Prognose für MV gefordert

09.09.2019 15:00 Uhr

Laut einer Studie fehlen bis 2025 wesentlich mehr Grundschullehrer als bislang angenommen. Die Lehrergewerkschaft GEW und die Linksfraktion fordern, den Bedarf für Mecklenburg-Vorpommern neu zu berechnen. mehr

Lehrer leisten immer mehr Überstunden

09.08.2019 05:00 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern müssen die Lehrer an öffentlichen Schulen immer mehr zusätzliche Stunden unterrichten: Die Zahl der Überstunden ist zuletzt um zehn Prozent gestiegen. mehr

Neues Schuljahr: 600 neue Lehrer eingestellt

05.08.2019 16:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern hat eine Woche vor Start des neuen Schuljahres rund 600 Lehrer neu eingestellt. Ein Drittel der neuen Lehrkräfte sind Seiteneinsteiger ohne Lehramt. mehr

Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 19.12.2019 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

02:25
Nordmagazin
04:01
Nordmagazin