In einem Klassenraum stehen die Stühle auf den Tischen. © imago images / stpp

Debatte um Verlängerung der Weihnachtsferien in MV

Stand: 03.12.2020 08:17 Uhr

Am 4. Januar geht in Mecklenburg-Vorpommern die Schule wieder los. Lehrerverbände bringen nun eine Verlängerung der Weihnachtsferien ins Gespräch. So soll eine Ausbreitung des Coronavirus verhindert werden.

"Kontakte reduzieren" ist das Mantra dieses Corona-Winters. Es soll nur für die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel in der Familie kurz durchbrochen werden. Am 4. Januar geht dann aber für knapp 190.000 Schülerinnen und Schüler in Mecklenburg-Vorpommern die Schulzeit wieder los. So ist es bislang zumindest geplant. Doch das Unbehagen ist angesichts weiter vergleichsweise hoher Neuinfektionszahlen bei Schülern, Eltern und Lehrern groß. Der Lehrerverband Bildung- und Erziehung (VBE) schlägt vor, eine ganze Woche später zu starten und dafür eine Woche der Februar-Ferien vorzuziehen.

Komplettschließung der Schulen befürchtet

Den VBE-Landesvorsitzenden Michael Blanck treibt die Sorge, dass Infektionen aus den Familien in die Schulen getragen werden und dies zu spät bemerkt wird: "Dann kann es passieren, dass wir die Schulen wirklich bis zu den Februar-Ferien komplett zumachen." Das gelte es zu verhindern. "Denn unser oberstes Prinzip ist, Präsenzunterricht so lange es geht und so gut es geht zu ermöglichen", so Blanck weiter. Deswegen sei es besser, vorausschauend zu planen.

GEW: Start drei Tage später vorstellbar

Die Verlängerung der Weihnachtsferien durch Verschiebung der Winterferien hält die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) für nicht umsetzbar: "Das sollte man den Lehrkräften genauso wenig zumuten wie den Familien und ihrer Urlaubsplanung", erklärt GEW-Landesvorsitzender Maik Walm. Einen Schulstart drei Tage später kann sich Walm hingegen vorstellen, um zumindest fünf Tage Abstand zum Jahreswechsel zu erreichen und das Infektionsgeschehen zu beobachten. "Die Schulen könnten diese drei Tage beispielsweise zur Weiterbildung und Organisation im Homeoffice nutzen und Schüler könnten Projektaufgaben bearbeiten, sodass keine Ferien aufgewendet werden müssten."

Bildungsministerium verweist auf "MV-Gipfel" Mitte Dezember

Im Bildungsministerium will man noch nicht so weit voraus blicken - zumindest nicht öffentlich. Die Forderungen nach längeren Weihnachtsferien seien verfrüht, sagte ein Sprecher. Voreilige Schlüsse würden niemandem helfen. Das Infektionsgeschehen unter Schülern und Lehrkräften sei weiterhin gering und Schulen seien auch nicht für die Ausbreitung des Virus verantwortlich. Der "MV-Gipfel" werde sich Mitte Dezember mit dem Schulunterricht nach den Weihnachtsferien beschäftigen.

Weitere Informationen
Der Impfstoff, der von der Universität Oxford und dem Pharmakonzerns Astrazeneca produziert wird, liegt in einem Kühlschrank in einem geöffneten Karton.  Foto: Liam Mcburney/PA Wire/dpa

Corona-News-Ticker: AstraZeneca-Impfstoff nur für unter 65-Jährige

Das hat die Ständige Impfkommission aufgrund der verfügbaren Daten entschieden. Mehr Corona-News im Live-Ticker. mehr

Verband verweist auf organisatorische Folgen für Eltern

Das findet VBE-Landeschef Blanck zu spät. "Wir haben jetzt die Zeit, das langfristig vorzubereiten." Es gehe nicht nur um Distanzlernen oder Ferienverlängerung. "Kinder müssen auch zu Hause betreut werden", so Blanck weiter. Nicht zuletzt müssten Klausurpläne besonders für die Abschlussklassen angepasst werden. Der Landeselternrat plädiert für drei Tage digitales Probe-Lernen zu Hause, das ebenso vorbereitet werden müsste.

Schleswig-Holstein hat indes bereits entschieden - im Nachbarland starten die Schulen erst in der zweiten Januarwoche. Bis dahin lernen die Schülerinnen und Schüler von zu Hause. Die Aufgaben bekommen sie vor den Weihnachtsferien.

Corona in MV
Eine Frau mit Mundschutz steht an einem Fenster und blickt ins Licht. © imago images Foto: Action Pictures/imago

Was Corona mit uns macht - und wie wir mental gesund bleiben

Die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung schlagen auch auf die Psyche. Positive und aktive Gedanken sowie Bewegung beugen vor. mehr

Ludwigslust: Ein Mitarbeiter schließt im Impfzentrum den Eine Mitarbeiterin begleitet eine Frau im Impfzentrum zu einer Kabine, in der sie gegen das Coronavirus geimpft werden soll. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Impfstoff-Engpass in MV: "Wir könnten viel mehr impfen"

Die Lieferengpässe beim Corona-Impfstoff bremsen auch in MV die Impfkampagne aus. Rufe nach einem Impfgipfel werden lauter. mehr

Schwerin: Manuela Schwesig (SPD, am Rednerpult), die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, spricht bei der Sondersitzung des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern zur aktuellen Corona-Situation. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Kostenloses Mittagessen: Linken-Antrag scheitert im Landtag

Weil die Mahlzeiten in Kitas und Schulen zurzeit nicht an alle Kinder ausgegeben werden können, hatte die Fraktion gefordert, den Familien das Geld dafür direkt auszuzahlen. mehr

Das Vitanas-Pflegezentrum in Ueckermünde.

Corona in den Pflegeheimen: Immer mehr Infektionen

Die Lage in den Pflegeheimen bleibt angespannt. Das zuständige Landesamt meldete am Mittwoch seit Oktober mehr als 180 Todesfälle. mehr

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

Bürgertelefone zum Coronavirus

Ministerien, Behörden und Verbände in Mecklenburg-Vorpommern haben Bürgertelefone und Hotlines für Fragen zum Coronavirus geschaltet. Hier finden Sie eine Übersicht. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.12.2020 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Ludwigslust: Ein Mitarbeiter schließt im Impfzentrum den Eine Mitarbeiterin begleitet eine Frau im Impfzentrum zu einer Kabine, in der sie gegen das Coronavirus geimpft werden soll. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Impfstoff-Engpass in MV: "Wir könnten viel mehr impfen"

Die Lieferengpässe beim Corona-Impfstoff bremsen auch in MV die Impfkampagne aus. Rufe nach einem Impfgipfel werden lauter. mehr

Blick auf die "AIDAperla" am Bubendey-Ufer in Hamburg. © NDR.de Foto: Ralf Meinders

AIDA: Hacker-Angriff nach IT-Problemen im Dezember bestätigt

Laut Rostocker Staatsanwaltschaft gibt es ein Bekennerschreiben. Die Ermittlungen wegen Computersabotage dauern an. mehr

Das Vitanas-Pflegezentrum in Ueckermünde.

Corona in den Pflegeheimen: Immer mehr Infektionen

Die Lage in den Pflegeheimen bleibt angespannt. Das zuständige Landesamt meldete am Mittwoch seit Oktober mehr als 180 Todesfälle. mehr

Ein Auto hängt an einem blauen Gurt knapp über der Wasseroberfläche der Peene in Anklam. © Christopher Niemann Foto: Christopher Niemann

Tödlicher Unfall in Anklam: Auto war zu schnell unterwegs

Ein Junge und ein 43-Jähriger starben, als ihr Wagen Mitte Januar von der glatten Straße abkam und in der Peene versank. mehr