Stand: 21.06.2019 15:27 Uhr

Debatte im Landtag: Sterbende Jugendherbergen

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Als Grund für die Schließungen nennt der Jugendherbergs-Verband (DJH) fehlende Wirtschaftlichkeit. (Archivbild)

Die Linksfraktion im Landtag fordert eine Stärkung des Kinder- und Jugendtourismus in Mecklenburg-Vorpommern. Zwölf Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern sind bereits oder werden demnächst geschlossen. Darum brauche es ein ehrliche Analyse und ein Konzept für die Zukunft.

Die Linke: Keine Strategie für Jugendtourismus

Beim Kinder- und Jugendtourismus verfolge die Landesregierung keine Strategie. Vielmehr herrsche politischer Stillstand, kritisieren die Linken im Landtag. Sei 2013 hätten 20 Einrichtungen für junge Gäste geschlossen, die insbesondere Gruppen und Familien mit schmalem Geldbeutel ansprechen würden. Mecklenburg-Vorpommern dürfe nicht zum Urlaubsland für Besserverdienende werden.

Glawe: Schmerzhafte, aber unaufhaltbare Entwicklung

Tourismusminister Harry Glawe (CDU) nennt die Schließung vieler Jugendherbergen eine schmerzhafte, aber nicht aufhaltbare Entwicklung. Sie sei Folge von Marktbereinigung durch eine alternde Gesellschaft und die Konkurrenz durch billigere Hotels - auch aus dem Ausland, wo Jugendliche lieber hinreisen würden.

SPD nimmt Herbergen in die Pflicht

Die SPD Abgeordnete Susann Wippermann nahm auch die Träger der Herbergen in die Pflicht. Sie bekämen viel Geld für Förderung, hätten aber die Zeichen der Zeit verschlafen - trotz guter Lage. Aus der AfD hieß es, es fehle der Landesregierung an kreativen Ideen. Zuschüsse für Jugendherbergen allein seien keine Lösung.

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Grund ist fehlende Wirtschaftlichkeit

Am Jahresende soll es nur noch 16 Jugendhergen in Mecklenburg-Vorpommern geben. Als Grund nennt der Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) vor allem fehlende Wirtschaftlichkeit. Während die Bestrebungen des Verbandes zu größerer Wirtschaftlichkeit von vielen Mitgliedern begrüßt werden, mehren sich kritische Stimmen, die darin auch eine Vernachlässigung der Pflichten sehen. Denn der Verband ist auch Träger der Kinder- und Jugendhilfe. Rund 17 Millionen Euro hat das Land seit 2004 in die Herbergen investiert. Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) kündigte dazu Gespräche mit dem Verband an.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.06.2019 | 15:00 Uhr

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