Stand: 01.12.2017 14:35 Uhr

Dänen können Nord Stream 2 blockieren

Nach Ärger mit dem Umweltverband WWF, gibt es nun einen weiteren Konflikt um den geplanten Bau der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Hintergrund ist eine Entscheidung des dänischen Parlaments. Die Abgeordneten stimmten am Donnerstag für eine Gesetzesänderung, um die Pipeline, die südlich von Bornholm verlaufen soll, auf dänischem Territorium blockieren zu können.

Künftig auch Sicherheitspolitik relevant

Durch die neue Rechtsgrundlage kann Dänemark das Verlegen von Stromkabeln und Rohren in seinen Hoheitsgewässern aus außen-, verteidigungs- und sicherheitspolitische Gründen untersagen. Bislang durften dabei nur Umweltfragen berücksichtigt werden. Der Bau der zusätzlichen Leitung durch die Ostsee von Russland nach Deutschland war in Dänemark immer kritisch gesehen worden. In Kopenhagen erhofft man sich auch Rückendeckung von der Europäischen Union, da gerade östliche EU-Mitglieder und die Ukraine befürchten, dass sie mit der neuen Leitung umgangen werden.

Unternehmen bleibt bei favorisierter Route

Das Erdgasunternehmen Nord Stream 2, eine Tochter des russischen Gazprom-Konzerns, teilte mit, der Prozess zur Gesetzesänderung in Dänemark sei bekannt. Man halte die Route jedoch für optimal: "Wir werden daher unseren Antrag weiterverfolgen und die weiteren Entwicklungen abwarten", so ein Sprecher. Trotzdem gibt es von Nord Stream 2 auch Untersuchungen nördlich von Bornholm, um eine mögliche alternative Route zu ermitteln.

WWF gegen korrigierte Ausgleichsmaßnahmen

Erst vor einer Woche hatte der Umweltverband WWF das Genehmigungsverfahren für den Bau der Ostsee-Pipeline erneut kritisiert. Strittig sind demnach die von der Gazprom-Tochter korrigierten Ausgleichsmaßnahmen. Ursprünglich sollten ertragreiche Ackerflächen auf Rügen in Weideland umgewandelt werden. Stattdessen will das Erdgaspipeline-Konsortium mit speziellen Zusatzfiltern in Klärwerken auf Rügen den Nährstoffeintrag in die Rügenschen Boddengewässer reduzieren.

Genehmigungen stehen noch aus

Nord Stream 2 will im Frühjahr 2018 mit dem Bau der gut 1.200 Kilometer langen Erdgastrasse beginnen. Nach eigenen Angaben rechnet das Unternehmen noch Ende 2017 oder Anfang 2018 mit der deutschen Genehmigung. Bislang stehen jedoch auch noch die Genehmigungen der anderen beteiligten Ostseestaaten aus. Trotzdem werden bereits rund 90.000 Rohre für die Trasse vorbereitet und mit Beton ummantelt.

Weitere Informationen

Umweltausgleich: Nord Stream korrigiert Maßnahmen

Der Pipelinebauer Nord Stream will beim Umweltausgleich auf eine Umwandlung von Ackerland in Grünland teilweise verzichten. Landwirte auf Rügen begrüßten den Vorstoß der Gazprom-Tochter. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.12.2017 | 12:00 Uhr

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