Stand: 18.02.2020 11:04 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Coronavirus: Wirtschaft in MV kaum betroffen

Mitarbeiter arbeiten in einer Metallwerkstatt in Hangzhou in der ostchinesischen Provinz Zhejiang. © CHINATOPIX/AP/dpa-Bildfunk
Direkten Kontakt zu chinesischen Handelspartnern haben auch die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern vorerst eingestellt. Man behilft sich mit Online-Meetings und angepassten Messeplanungen.

Die Folgen des Coronavirus treffen nicht nur die chinesische Wirtschaft, sondern zeigen inzwischen weltweite Auswirkungen. Wirtschaftsvertreter in Mecklenburg-Vorpommern beobachten die Entwicklung der Krankheitswelle sehr aufmerksam. Eine Reihe von Unternehmen aus MV pflegen Handelsbeziehungen zu China, sie sind zum Teil schon gezwungen, sich umzuorientieren. Wie groß die Auswirkungen auf die Wirtschaft im Land tatsächlich sind, das bleibe aber noch abzuwarten, heißt es aus der Staatskanzlei. Aussenwirtschaftsaktivitäten der Landesregierung mussten bisher nicht abgesagt werden.

Zulieferalternativen und Online-Meetings

Die Volksrepublik ist der wichtigste asiatische Handelspartner Mecklenburg-Vorpommerns, die Nummer 8 in der Rangfolge insgesamt. Das geht aus der aktuellen Statistik von 2018 hervor, die der Staatskanzlei vorliegt. Hiernach werden Waren im Wert von 539 Millionen Euro mit China ausgetauscht. Wichtigste Exportgüter waren vor allem Eisen-, Blech- und Metallwaren, sowie Fahrgestelle, Motoren und Teile für Kraftfahrzeuge. Außerdem Milch und Milcherzeugnisse, außer Käse und Butter. Nach Angaben der Industrie- und Handelskammer zu Schwerin sind durchaus Fälle bekannt, bei denen Unternehmen aus dem Kammerbezirk sich gezwungenermaßen Zulieferalternativen suchen müssen und Meetings und Schulungen durch online Alternativen ersetzen müssen. Auch Messenplanungen würden "angepasst" werden, wie es hieß.

Reisen nach China so gut wie eingestellt

Der Tourismussektor wird nach Informationen von NDR 1 Radio MV eher wenig belastet. Ankünfte aus China machen gerade einmal ein halbes Prozent der Ankünfte aus dem Ausland aus. Was hingegen stark eingeschränkt ist, sind Reisen nach China: Rundreisen waren bisher sehr beliebt, sagt Brigitte König vom Reisecenter delphini in Rostock. Seit fünf bis sechs Wochen habe sie schon gar keine Buchungen mehr angenommen, die Kunden seien sehr vorsichtig. Und auch die Kreuzfahrt-Reederei Aida hat alle Asienreisen abgesagt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 18.02.2020 | 12:00 Uhr

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