Stand: 12.03.2020 18:43 Uhr

Coronavirus: Schwesig für bundeseinheitliches Vorgehen

Ein medizinischer Mitarbeiter nimmt zum Start einer "Drive-In"-Teststation zum Coronavirus eine Probe. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer
Ein medizinischer Mitarbeiter des Uni-Klinikums Greifswald nimmt zum Start einer "Drive-In"-Teststation zum Coronavirus eine Probe.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sagte nach der Konferenz der Ministerpräsidenten in Berlin zu NDR 1 Radio MV, es brauche jetzt einen sogenannten Nationalen Rat. Dieser könne Entscheidungen über die Grenzen der einzelnen Bundesländer hinaus treffen. Es gebe bereits Unterstützung von anderen Ministerpräsidenten. Mecklenburg-Vorpommern habe sich nun auch der Regelung angeschlossen, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern zu untersagen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen.

Auch kleinere Veranstaltungen kritisch hinterfragen

Das gilt für die kommenden sechs Wochen - bis zum 19. April. Es gebe zudem viel mehr kleinere Veranstaltungen im Nordosten, auch diese müssten kritisch hinterfragt werden. Alles was verschiebbar ist, müsse verschoben werden. Weitere Maßnahmen würden sicher in den kommenden Tagen folgen so Schwesig. Das öffentliche Leben und vor allem die gesundheitliche Versorgung müssten aufrechterhalten werden.

Uni-Medizin Rostock: Vier Ärzte positiv getestet

In der Universitätsmedizin Rostock sind vier Ärzte positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Mediziner stammen aus der Unfallchirurgie, teilten leitende Ärzte des Klinikums am Nachmittag mit. Die Betroffenen seien aus dem Urlaub zurückgekehrt. Zwei von ihnen sollen zusammen im Skiurlaub in den Alpen gewesen sein. Mitarbeiter und Patienten, die mit den Ärzten Kontakt hatten, seien untersucht worden. Bisher sei dabei keine neue Infektion nachgewiesen worden. Der Klinikbetrieb sei jederzeit gewährleistet. Die Mediziner stellen sich allerdings auf einen Anstieg der Infektionen ein. Kapazitäten an Personal und Räumlichkeiten würden aufgestockt, es gebe Absprachen mit dem Südstadtklinikum und anderen Krankenhäusern im Land.

Martin: Flächendeckende Schulschließungen möglich

Die steigende Zahl der Corona-Fälle wirkt sich immer stärker auf Schulen und Hochschulen aus. Landes-Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) schließt mittlerweile flächendeckende Schulschließungen nicht mehr aus. Dies werde im Kanzleramt intensiv diskutiert, sagte Martin am Donnerstagabend. Das Ministerium hat zunächst Klassenfahrten ins Ausland untersagt. Diese Fahrten sind abzusagen, in Risiko-Gebiete wie Italien sowieso - heißt es wörtlich in einer Mitteilung des Ministeriums.

Flexible Anmeldefristen für Studiengänge

Abzusagen seien auch Sportfeste, Wettkämpfe und Veranstaltungen, die nicht zum Kerngeschäft des Unterrichts gehörten. Ministerin Martin versprach, Abschluss-Prüfungen - wie das Ende März beginnende Abitur - sicherzustellen. Es werde vorgesorgt, dass Kinder und Jugendliche keine Nachteile hätten, gleichzeitig sprach die SPD-Politikerin von einer dynamischen Situation. Ebenfalls würden gemeinsam mit den Hochschulen flexible Anmeldefristen für Studiengänge sichergestellt.

Landkreis Seenplatte reduziert Teilnehmerzahl auf 50

Im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte müssen Veranstaltungen, zu denen mehr als 50 Personen erwartet werden, ab sofort beim Landkreis angemeldet werden. Landrat Heiko Kärger (CDU) hat eine entsprechende Verfügung erlassen. Die Veranstaltungen dürfen nur nach Genehmigung des Gesundheitsamtes stattfinden. Der Landrat betonte, jeder Veranstalter solle gewissenhaft entscheiden, ob er an seiner Veranstaltung festhalte oder sie verschiebe, unabhängig von der Zahl der Personen.

Erste Corona-Testzentren in MV eröffnet

In Schwerin und Greifswald haben am Donnerstag die ersten Coronavirus-Testzentren in Mecklenburg-Vorpommern die Arbeit aufgenommen. Sie sind Anlaufstelle für Menschen bei denen es einen ernsthaften Verdacht gibt, dass sie sich mit dem Virus angesteckt haben könnten. Neben den beiden Uni-Medizinen in Rostock und Greifswald eröffnen Testzentren in allen Landkreisen. Die beiden Landkreise in Vorpommern wollen bis Ende Woche drei Standorte einrichten - in Stralsund, Bergen und Pasewalk. Im Landkreis Ludwigslust- Parchim sind die Zentren in Umfeld der großen Städte geplant. Zudem eines in Neustrelitz, eines bei Bützow und das für den Landkreis Nordwestmecklenburg in Grevesmühlen. Der Plan dahinter ist, dass Patienten nicht in die Ämter, Arztpraxen und Gesundheitszentren gehen, sondern an speziellen Orten von Fachpersonal getestet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 12.03.2020 | 18:00 Uhr

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