Stand: 17.03.2020 18:40 Uhr

Coronavirus: Maßnahmen um MV-Wirtschaft zu stützen

Ein Stapel von Geldscheinen © Fotolia Foto: imageteam
Mit einem Maßnahmepaket will die Landesregierirung der Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern unter die Arme greifen. (Archivbild)

Mit den im Zuge der Coronakrise verfügten Geschäftsschließungen und dem Tourismus-Stopp in Mecklenburg-Vorpommern kommen große Belastungen auf die Wirtschaft zu. Die Landesregierung will kleine und mittlere Betriebe, Unternehmen sowie Freiberufler mit einem 100-Millionen-Euro-Programm und weiteren Maßnahmen unterstützen. Einzelheiten wurden am Dienstag bekannt gegeben. Betroffene Unternehmer können sich mit Fragen und Problemen an die Hotline des Wirtschaftsministeriums wenden: 0385/ 588 55 88.

Bürgschaften und Liquiditätshilfen

Bürgschaften und Darlehen des Landes sollen vereinfacht und flexibel angepasst werden, um den Betroffenen schnell zu helfen. Für besonders von der Coronakrise betroffenen Unternehmen wird ein Landes-Bürgschaftsprogramm für Liquiditätshilfen aufgelegt. Die Anträge sollen zügig bearbeitet werden. Das Bürgschaftsvolumen der Bürgschaftsbank Mecklenburg-Vorpommern für Kredite von Hausbanken wird von 1,25 Millionen auf bis zu 2,5 Millionen Euro verdoppelt. Über Bürgschaften bis zu einem Kreditvolumen bis 250.000 Euro entscheidet die Bürgschaftsbank in einem abgekürzten Verfahren, Expressbürgschaften werden vereinfacht, Zusagen innerhalb von 24 Stunden ermöglicht.

Zuschüsse für KMU sowie Freiberufler

Für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Freiberufler gibt es rückzahlbare Zuschüsse bis 20.000 Euro. Sie werden in einem vereinfachten Verfahren durch die Gesellschaft für Arbeitsmarkt und Strukturentwicklung (GSA) abgewickelt. Für die betrieblichen Ausgaben gibt es eine Liquiditätsunterstützung durch Zuschüsse bis 200.000 Euro. Die Auszahlung von Investitionszuschüssen aus dem Programm der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) soll innerhalb einer Woche erfolgen.

Steuerliche Vereinfachungen

Im Bereich der Steuern gibt es Flexibilisierungen. Es gibt vereinfachte Möglichkeiten zur zinslosen Steuerstundung, Vorauszahlungen auf die Einkommen-, Körperschaft- und Gewerbesteuer können herabgesetzt und Säumniszuschläge erlassen werden. Die Finanzbehörden verzichten weitgehend auf Vollstreckungsmaßnahmen.

Online-Handelsplattform wird aufgebaut

Vom Digitalisierungsministerium soll eine landeseigene Online-Handelsplattform für Einzelhändler und Verbraucherprodukte aus dem Land schrittweise aufgebaut werden. Dabei soll die Kreativwirtschaft des Landes eingebunden werden. Um auf weitere Auswirkungen der Krise schnell reagieren zu können, will die Landesregierung mit den Wirtschaftsakteuren in engem Kontakt bleiben.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.03.2020 | 19:00 Uhr

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