Corona in MV: Land bereitet sich auf Impfstoff vor

Stand: 06.11.2020 18:47 Uhr

Angesichts steigender Infektionszahlen und der Folgen des Teil-Lockdowns wird die Frage nach dem Corona-Impfstoff immer drängender. In Rostock und Greifswald sollen nun Impfzentren entstehen.

von Stefan Ludmann NDR 1 Radio MV

Mecklenburg-Vorpommern bereitet sich auf die Zulassung eines Corona-Impfstoffes vor. Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) kündigte den Aufbau von zwei Impfzentren in Rostock und Greifswald an. Die sollen spätestens am 15. Dezember einsatzbereit sein. Das Land folge damit einer Bitte des Bundes. Mit der Kassenärztlichen Vereinigung werde über die Bereitstellung von Impfärzten verhandelt.

Erste Impfdosen für medizinisches Fachpersonal

Wenn der Impfstoff vorliegt, soll zunächst das medizinische Personal wie Pflegerinnen und Pfleger und Ärztinnen und Ärzte versorgt werden. Die weitere Reihenfolge lege die Ständige Impfkommission fest, so Glawe. Das Land habe etwa 500.000 Spritzen bestellt, insgesamt seien bis zu 3,2 Millionen Spritzen eingeplant, um jeden Bürger zwei Mal impfen zu können. Das könne dann künftig auch in mobilen Impfstationen geschehen. Den Impfstoff selbst zahle der Bund, die Krankenkassen würden nicht belastet.

Gesundheitsminister weckt Hoffnungen

Glawe sagte dem NDR, das Paul-Ehrlich-Institut als Zulassungsstelle habe in Aussicht gestellt, "dass zwischen dem 15. Dezember und dem 15. Januar zwei Impfstoffe zugelassen werden könnten". Glawe weckte mit der Termin-Nennung Hoffnung auf eine schnelle Verfügbarkeit des Impfstoffes, möglicherweise sogar noch vor Weihnachten. Er habe schon immer darauf gesetzt, dass Deutschland in dieser Frage gut aufgestellt sei. Die Tests jedenfalls würden "vielversprechend" aussehen. Der Gesundheitsminister sagte dem NDR Nordmagazin: "Wenn es keine weiteren Probleme bei den Probanden gibt, die in den Krankenhäusern getestet werden, dann wird die Zulassung relativ schnell kommen."

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Schwesig geht auf Distanz zu Glawe

Diese Aussagen provozierten am Abend eine heftige Gegenreaktion von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) - sie ging auf Distanz zu Glawes Ankündigungen. Zurzeit könne niemand seriös sagen, ob und wann sicher ein Impfstoff vorliege, sagte die Regierungschefin. Sie verstehe die Sehnsucht nach einem Impfstoff. Der Impfstoff müsse aber gut und sicher sein. "Wir sollten keine Versprechungen machen, von denen wir nicht wissen, ob wir sie halten können" - ein Satz, der auch als klare Zurechtweisung ihres Gesundheitsministers gemeint war.

Experten: Weiter unklar, wann der Impfstoff kommt

Das Paul-Ehrlich-Institut in Langen in den Nähe von Frankfurt am Main wollte mögliche Zeitkorridore für den Impfstoff auf Nachfrage des NDR nicht bestätigen. Dort legt man sich auf einen Termin für einen Impfstoff nicht fest, insbesondere nicht auf eine Zulassung schon vor Weihnachten. In einer Stellungnahme heißt es: "Wenn die jetzt laufenden klinischen Prüfungen (...) die erhofften aussagekräftigen Daten erbringen und gezeigt werden kann, dass der Nutzen mögliche Risiken übersteigt, wäre es möglich, dass es vielleicht schon Anfang 2021 Zulassungen geben kann." Auch Instituts-Sprecherin Susanne Stöcker sagte dem NDR, "wenn wirklich alles gut geht, wäre es schön und möglich, dass Anfang 2021 die EU-Kommission Zulassungen aussprechen kann". Es bleibt also vorerst unklar, wann der Impfstoff kommt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 06.11.2020 | 12:00 Uhr

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