Ein Mitarbeiter der Johanniter-Unfall-Hilfe nimmt für einen Corona-Test einen Abstrich von einer Frau © picture alliance/dpa Foto: Moritz Frankenberg

Corona: Zwei Landkreise in MV überschreiten ersten Warnwert

Stand: 26.10.2020 06:45 Uhr

Zwei Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern haben den kritischen Inzidenzwert von 35 bei den Infektionen mit Sars-CoV-2 überschritten. Heute beraten die Kreise über Maßnahmen auf der Warnstufe "Orange".

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In Mecklenburg-Vorpommern liegen jetzt zwei Landkreise über dem kritischen Wochenwert von 35 Corona-Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner. Die zuständigen Behörden beraten am Montag über weitere Maßnahmen. Im Landkreis Rostock sind es jetzt 40 und im Kreis Vorpommern-Greifswald 37,6 Infizierte pro 100.000 Einwohner bezogen auf die vergangenen sieben Tagen. Heute wollen die Verwaltungsstäbe beider Kreise sich jeweils beraten, um die sich zuspitzende Lage neu zu bewerten. Dann soll auch die Auswertung der Corona-Tests am John-Brinckmann-Gymnasium in Güstrow abgeschlossen sein, so Kreissprecher Michael Fengler. Dort hatten sich nach neuen Angaben 29 Schüler und vier Lehrer mit dem Coronavirus angesteckt. Für alle Schüler, Lehrkräfte und Beschäftigte an der Schule hat das Gesundheitsamt - je nach Infektionsrisiko - entweder Quarantäne oder reduzierten Kontakt bis zum 3. November angeordnet. Diese Maßnahmen sollen auch bestehen bleiben, wenn ein negatives Testergebnis vorliegt.

Weitere Ermittlungen nach Geburtstagsfeier

Außerdem dauern die Untersuchungen des Gesundheitsamtes nach einer privaten, großen Geburtstagsfeier vor gut einer Woche an. Dort hatten 95 Menschen zusammen gefeiert. Mindestens 13 von ihnen wurden bis Sonntagnachmittag positiv auf das Coronavirus getestet, neun von ihnen sind Schüler an der betroffenen Schule in Güstrow. Damit stieg der Inzidenzwert für den Bereich der Stadt Güstrow und das Amt Güstrow-Land auf 91,1 (Stand: 25. Oktober). Für den gesamten Landkreis Rostock stieg der Wert auf 40. Schon seit Freitag gelten für den Raum Güstrow verschärfte Hygienemaßnahmen.

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Keine Besucher mehr am Klinikum erlaubt

Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen gilt im KMG Klinikum Güstrow seit Sonnabend ein Besuchsstopp. Mit der Maßnahme wolle die Klinikleitung die Patienten und Mitarbeiter schützen, teilte das Krankenhaus am Sonntag mit. Ausnahmen vom Besuchsverbot gelten für Patienten in äußerst kritischen Situationen und Kinder unter 16 Jahren. Unberührt vom Verbot seien Termine im Klinikum. Sie fänden unter den üblichen Präventionsmaßnahmen nach wie vor statt. Bei Anzeichen einer Infektion sollten Patienten jedoch einen Termin absagen und neu vereinbaren, bat das Klinikum. Zuvor hatten bereits die Helios Kliniken in Schwerin und das Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum Neubrandenburg an allen seinen Standorten Neubrandenburg, Altentreptow und Malchin Besuchsstopps verhängt. Für das Krankenhaus Malchin herrscht darüber hinaus bis auf Weiteres auch ein Aufnahmestopp. Dort hat es mehrere Coronafälle unter den Mitarbeitern gegeben.

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In den Kreisen Vorpommern-Greifswald und Rostock müssen die Einwohner mit strengeren Anti-Corona-Maßnahmen rechnen. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim gelten bereits verschärfte Corona-Einschränkungen: Auf privaten Feiern in Gaststätten dürfen nur noch 25 Menschen zusammen kommen, zu Hause in der eigenen Wohnung nur noch 15. Außerdem wird die Maskenpflicht verschärft. Dies gelte überall dort, wo Menschen länger und näher zusammen sind - beispielsweise in Einkaufszentren und auf Wochenmärkten. Die Maßnahmen sind eigentlich erst ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 35 vorgesehen. So lange wolle man aber nicht warten, sagte Landrat Stefan Sternberg (SPD) im NDR Nordmagazin. "Wir haben die Fälle der letzten Tage ausgewertet." Es gelte zu verhindern, dass der Landkreis in die nächsten "Ampelstufen" hineingerate und noch strengere Maßnahmen ergriffen werden müssten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 26.10.2020 | 06:30 Uhr

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