Stand: 28.04.2020 17:19 Uhr

Gottesdienste und Friseurbesuche ab 4. Mai in MV möglich

Ministerpräsidentin Schwesig bei einer Pressekonferenz. © NDR
Schwesig zog eine Bilanz zu den Auswirkungen der bisherigen Maßnahmen.

Die Landesregierung hat weitere Einzelheiten zu Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen bekannt gegeben. Demnach werden Gottesdienste und religiöse Zusammenkünfte ab dem 4. Mai in Mecklenburg-Vorpommern wieder erlaubt sein. Auch Friseure dürfen ab diesem Tag wieder öffnen. Das Abstandsgebot sei einzuhalten, die Haare dürften nur nass geschnitten werden. Geprüft wird, ob vom 11. Mai an Kosmetikstudios, Massagepraxen, Nagelstudios, Sonnenstudios, Tattoo-Studios wieder öffnen können. Zudem müssen Patienten in Arztpraxen ab sofort eine Schutzmaske tragen. Dies hat das Kabinett am Dienstag beschlossen, wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) mitteilte.

VIDEO: Gottesdienste und Friseurbesuche bald erlaubt (3 Min)

Kontaktverbot in MV vorerst bis 10. Mai

Darüber hinaus wurde bekannt, dass das Kontaktverbot zu Menschen außerhalb des eigenen Hausstandes in Mecklenburg-Vorpommern vorerst bis zum 10. Mai gilt. Bisher war der 3. Mai genannt worden. Es besagt, dass in der Öffentlichkeit maximal zwei Personen zusammen unterwegs sein dürfen, die nicht demselben Hausstand angehören. Gruppenfeiern und Versammlungen in privaten Wohnungen sind untersagt. Private Besuche in der eigenen Wohnung sollten auf das "absolut unbedingte notwendige Minimum" reduziert werden.

Einige Ausnahmen für Maskenpflicht beim Arzt

Die Maskenpflicht gelte auch in Psychotherapie-Praxen und in Praxen anderer Gesundheitsberufe. "Die Maske soll beim Besuch einer Arztpraxis mitgebracht und vor dem Betreten der Praxis angelegt werden", so Glawe. Möglich seien wie im Einzelhandel eine Alltagsmaske, ein Schal oder ein Tuch. Wer hinter einer Plexiglas-Scheibe sitzt - zum Beispiel am Tresen einer Arztpraxis - muss Glawe zufolge keinen Mundschutz tragen. Auch Kinder bis zum Schuleintritt sowie Menschen, die aus medizinischen oder psychischen Gründen keine Maske tragen können, seien davon befreit.

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Gottesdienste: Ein Besucher pro zehn Quadratmeter Fläche

Bei den Gottesdiensten in den Kirchen, Synagogen und Moscheen darf nach Angaben von Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) pro zehn Quadratmeter Innenraumfläche eine Person teilnehmen. Der Mindestabstand von 1,50 Meter müsse eingehalten werden. Außerdem müssten Teilnehmerlisten geführt werden, um im Fall einer Corona-Infektion die Kette nachvollziehen zu können. Die Kirchen hätten umfassende Hygiene-Rahmenpläne erarbeitet. Der Islamische Bund habe sich entschieden, vorerst auf religiöse Veranstaltungen in Moscheen zu verzichten, so Hoffmeister.

Bald Entscheidung über Lockerungen in Gastronomie

Glawe stellte erste Lockerungen für die Gastronomie ab dem 11. Mai in Aussicht - und zwar die Wiederöffnung der Außengastronomie. Restaurants könnten zehn Tage später folgen. Dabei sei aber noch etwas Geduld gefordert. Die Zahlen der nächsten Woche seien entscheidend. Blieben die Zahlen weiterhin gut, sei in diesem Bereich der nächste Schritt möglich, hieß es.

Corona in MV: Fünf-Phasen-Plan für Tourismus

Der Ende April beschlossene Fahrplan von Landesregierung und Tourismuswirtschaft für den Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern sieht fünf Phasen vor:

1. Schritt: Rückkehr auswärtiger Besitzer von Ferienwohnungen und von einheimischen Dauercampern vom 1. Mai an.

2. Schritt: vorsichtige Wiedereröffnung der Gastronomie vom 9. Mai an

3. Schritt: Übernachtungen für Urlauber aus MV in Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen vom 18. Mai an

4. Schritt: Gäste aus anderen Bundesländern dürfen wieder in MV übernachten vom 25. Mai an

5. Schritt: Tagestourismus und internationaler Tourismus werden wieder zugelassen

Einzeljagd für auswärtige Jäger ab 1. Mai erlaubt

Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums dürfen Jäger mit einem Jagdbezirk in Mecklenburg-Vorpommern vom 1. Mai an wieder dem Wild nachstellen. Gestattet ist demnach aber weiterhin nur die Einzeljagd. Ansitze zu zweit seien nur Mitgliedern aus ein und demselben Haushalt erlaubt. Jagdgästen ist die Einreise weiterhin nicht gestattet.

Flächendeckende Tests in Alten- und Pflegeheimen

Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) bei einer Pressekonferenz. © NDR
Laut Wirtschaftsminister Glawe soll in Alten- und Pflegeheimen flächendeckend getestet werden.

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kündigte zudem mehr Testungen in Alten- und Pflegeheimen an. Insgesamt sollen flächendeckend knapp 25.000 Bewohner von 570 Pflege- und Altenheimen sowie Tagespflegeeinrichtungen auf das Coronavirus getestet werden, wie Glawe ergänzte. Auch etwa 15.000 Beschäftigte in den Heimen sollen bis zu dreimal entsprechend überprüft werden. Das Testprogramm werde etwa 3,5 Millionen Euro kosten und solle helfen, Infektionsketten nachzuvollziehen und zu durchbrechen. Verwendet würden Tests der Rostocker Firma Centogene, die 35 Euro kosteten, hieß es.

Studie nimmt Familien und Kinder in den Fokus

Außerdem sei eine Studie in Auftrag gegeben worden, die mit Blick auf weitere Kita- und Schulöffnungen die Wirkung von Corona auf Kinder und Familien richten soll. Das Kabinett berät laut Schwesig am kommenden Dienstag erneut über weitere mögliche Lockerungen. Ziel sei es dann, auch bei den Bund-Länder-Beratungen am 6. Mai weitere Lockerungen zu beschließen.

R-Faktor und absolute Zahlen Entscheidungsgrundlage

Bei der Bewertung des Corona-Geschehens sind laut Schwesig zwei Faktoren wesentlich. Dies sei neben den absoluten Zahlen auch der sogenannte R-Faktor. Wegen der Inkubationszeit des Virus von bis zu 14 Tagen schlügen sich die Auswirkungen einzelner Maßnahmen auf das Infektionsgeschehen in den Zahlen auch immer erst zwei Wochen später nieder.

Dauercamping ab 1. Mai wieder erlaubt

Das Kabinett hatte über die weitergehenden Maßnahmen Vormittag beraten. In der vergangenen Woche war bereits beschlossen worden, dass zum kommenden Freitag, dem 1. Mai, Einheimische wieder zurück auf ihre Dauercampingplätze fahren dürfen. Gleiches gilt für Auswärtige, wenn der Platz als Zweitwohnsitz angemeldet ist. Generell dürfen dann alle gemeldeten Zweitwohnungsbesitzer aus anderen Bundesländern wieder nach Mecklenburg-Vorpommern reisen.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 28.04.2020 | 15:00 Uhr

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