Stand: 20.04.2020 07:26 Uhr

Corona: Viele Geschäfte in MV öffnen wieder

Die Innenstadt Wismars. © NDR Foto: Helmut Kuzina aus Wismar.
Die Innenstädte in Mecklenburg-Vorpommern werden sich unter Auflagen langsam wieder mit Leben füllen.

Nach dem Beschluss von Bund und Ländern dürfen heute alle Geschäfte mit einer Ladenfläche von bis zu 800 Quadratmetern wieder aufmachen. Ausgenommen von dieser Einschränkung sind unter anderem Auto- und Fahrradhändler und Buchhandlungen. Sie dürfen unabhängig von ihrer Größe ebenfalls ihre Türen wieder öffnen. Wie auch schon in den Supermärkten und anderswo muss auch in den wiedereröffneten Geschäften 1,50 Meter Abstand zu anderen Menschen gehalten werden. Außerdem darf sich immer nur eine bestimmte Anzahl von Personen im jeweiligen Geschäft aufhalten. Heimwerker und Gartenfreunde duften bereits am Sonnabend wieder in den Baumärkten einkaufen.

Tierparks und botanische Gärten machen auch wieder auf

Die Außenbereiche von Zoos, Tierparks und botanischen Gärten können ebenfalls wieder geöffnet werden. Auf Sportplätzen und Sportaußenanlagen ist von Montag an wieder Sport allein, zu zweit oder mit der Kernfamilie möglich.

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Drei Nasenbären im Nordhorner Zoo. © Franz Frieling

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Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln

Ab dem 27. April wird in Mecklenburg-Vorpommern das Tagen eines Mund- und Nasenschutzes in Taxis und öffentlichen Verkehrsmitteln zur Pflicht. Dabei geht es nicht um Schutzmasken im medizinischen Sinne, sondern um sogenannte Community-Masken zur Abdeckung von Mund und Nase in der Öffentlichkeit. Auch ein Tuch oder ein Schal sind ausreichend. Ausgenommen bleiben Kinder bis sechs Jahre und Menschen mit Handicap. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) rief die Bevölkerung erneut dazu auf, grundsätzlich einen Mund-Nasen-Schutz in den verschiedenen Lebensbereichen zu tragen: "Er kann uns helfen, zu mehr Freiheiten, zu mehr sozialem Leben zu kommen und gleichzeitig uns besser zu schützen", sagte sie. Schwesig stellte für den 3. und 4. Mai weitere Lockerungen in Aussicht, sollten die Maßnahmen von allen umgesetzt werden.

Große Warenhäuser bleiben geschlossen

Der Warenhauskonzern Karstadt Kaufhof hatte gegen die Schließung seiner Filialen in mehreren Bundesländern per Eilantrag geklagt, unter anderem in Mecklenburg-Vorpommern. Die Schließung der Filialen des ohnehin angeschlagenen Konzerns sei ein gravierender Einschnitt für das Tagesgeschäft und sämtliche Umsätze des Unternehmens, begründete der Konzern seine Entscheidung. Das Oberverwaltungsgericht in Greifswald hält die behördlichen Anordnungen aber für vertretbar. Die behördlichen Anordnungen seien durch das Infektionsschutzgesetz gedeckt und mit dem Grundgesetz vereinbar, hieß es.

Diese Einschränkungen werden gelockert:

  • Bau- und Gartenmärkte sind wieder geöffnet
  • ab Montag (20. April) dürfen Geschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche öffnen
  • ab Montag (20. April) dürfen Zoos, Sportplätze und Bibliotheken öffnen; Kundgebungen mit bis zu 50 Teilnehmern werden erlaubt
  • ab 27. April beginnt der Unterricht der Klassenstufen 10 und 12
  • ab 4. Mai beginnt Unterricht für 11. Klassen an Gymnasien, 9. Klassen an Regional- und Gesamtschulen sowie 4. Klassen an Grundschulen
  • ab 4. Mai dürfen Friseure öffnen (Stoffmaskenpflicht)

Diese Einschränkungen bleiben vorerst bestehen:

  • Cafés, Restaurants und Hotels bleiben vorerst geschlossen
  • Kitas bleiben vorerst geschlossen, die Notfallbetreuung wird ausgebaut
  • das Kontaktverbot bleibt vorerst bestehen
  • Großveranstaltungen bleiben bis Ende August verboten
  • Mund- und Nasenschutz muss ab 27. April im öffentlichen Personenverkehr getragen werden, für den Einkauf ist er empfohlen
  • das Einreiseverbot für Auswärtige nach Mecklenburg-Vorpommern bleibt vorerst bestehen

Suche nach Lösung für Restaurants und Hotels

Ministerpräsidentin Schwesig und Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) wollen in der kommenden Woche mit der Gastronomie- und Tourismusbranche sprechen, um nach Lösungen für eine behutsame Öffnung von Restaurants und Hotels zu suchen. Bisher gilt für die Branche, dass sie mindestens bis zum 3. Mai geschlossen bleibt. Schwesig sagte, Ziel müsse bleibe, die Corona-Infektionen weiter so gering wie derzeit zu halten. Ein Erkrankter dürfe maximal einen anderen Menschen anstecken.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 19.04.2020 | 09:00 Uhr

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