Stand: 25.07.2020 12:50 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Corona: Tourismusverband MV fordert weitere Lockerungen

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Das Fehlen der Tagestouristen macht sich in vielen Geschäften und in der Gastronomie bemerkbar. (Archivbild)

In der Tourismusbranche wird der Ruf nach weiteren Lockerungen von Beschränkungen lauter. Dabei gehe es insbesondere um die Aufhebung des Einreiseverbots für Tagestouristen, so der Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, Tobias Woitendorf. Zwar habe das Verbot von Tagestouristen dazu beigetragen, überfüllte Orte oder Strände im Nordosten in diesem Sommer zu verhindern und so die Infektionsgefahr zu verkleinern. Allerdings mache sich das Fehlen der Tagestouristen in vielen Geschäften und in der Gastronomie deutlich bemerkbar.

Einnahmeausfälle von bis zu fünf Millionen Euro täglich

Auch der Geschäftsführer des Handelsverbandes Nord in Rostock, Kay-Uwe Teetz, schließt sich der Forderung an. Die Händler spürten das Ausbleiben der Gäste deutlich. Eine Aufhebung wäre aus seiner Sicht ein weiterer Schritt in die Normalität. Schätzungen zufolge kamen in den vergangenen Hochsaisons zwischen 100.000 und 150.000 Tagesgäste täglich aus anderen Bundesländern ins Land. Bei etwa 30 Euro Ausgaben pro Tag und Gast sei so mit Einnahmeausfällen im Bereich von drei bis fünf Millionen Euro täglich zu kalkulieren.

"Differenzierte Lösungen für guten Wiedereinstieg"

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Vor dem nächsten Zusammentreffen des Kabinetts am 4. August, bei dem es um weitere Lockerungen geht, würden in der Branche verschiedene Vorschläge diskutiert, so Woitendorf weiter. Diese reichten von einem vollkommenen Wegfall der Beschränkungen bis hin zu differenzierten Lösungen. So könnten Tagesausflüge zunächst beispielsweise auf Menschen aus benachbarten Bundesländern beschränkt werden. "Solch differenzierte Lösungen könnten einen guten Wiedereinstieg bedeuten." Wenn es nicht gut gehe, müssten einzelne Maßnahmen auch wieder zurückgedreht werden. "Die Aufgabe liegt im Managen der Situation." Tagesgäste seien keine graue anonyme Masse. Sie kämen in Bereiche, wo die Kontakte erfasst werden. Beispiele dafür seien Gaststätten. Auch in Museen oder Freizeitparks könnten sie ihre Daten hinterlassen.

FDP-Politiker Kubicki: Einreiseverbot "rechtswidrig"

Die Schweriner Landesregierung bekommt inzwischen auch Druck aus Schleswig-Holstein wegen des Einreiseverbots für Tagestouristen. Der FDP-Politiker Wolfgang Kubicki bezeichnete das Einreiseverbot als rechtswidrig und überzogen. Die FDP Mecklenburg-Vorpommern hat zur Abmilderung der Corona-Folgen für die Wirtschaft eine generelle Sonntagsöffnung von Geschäften gefordert. "Wenn wir neue Impulse setzen wollen, dann müssen wir Möglichkeiten, die unsere Bäder schon haben, allen Geschäften einräumen", twitterte die Partei am Sonnabend. Die Partei verlange daher eine generelle Öffnung von Geschäften an Sonntagen, "um Ladensterben vorzubeugen & Geschäften zu ermöglichen, Umsatzverluste auszugleichen". Die FDP ist nicht im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern vertreten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 25.07.2020 | 14:00 Uhr

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