Stand: 12.07.2020 14:00 Uhr

Corona-Soforthilfe: Schon 345 Millionen Euro in MV ausgezahlt

Um einen Stapel Euromünzen und Euroscheine schweben stilisierte Corona-Viren. © Colourbox Foto: Anterovium, Antonio Vale
Von den 345 Millionen Euro Corona-Soforthilfen in MV sind 26 Prozent Landesmittel. (Symbolbild)

In Mecklenburg-Vorpommern sind bisher rund 36.200 Anträge auf Corona-Soforthilfe bewilligt worden - etwa 33.300 kamen demnach von Unternehmen mit maximal zehn Mitarbeitern. Rund 1.000 der insgesamt rund 43.000 Anträge von Selbstständigen und Unternehmen befinden sich noch in Bearbeitung, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Von den rund 345 Millionen Euro ausgezahlten Soforthilfen sind 26 Prozent Landesmittel. Etwa drei Viertel der Summe sind Bundesmittel. Etwas mehr als 5.500 Formulare wurden zurückgezogen oder abgelehnt.

Zuschüsse bis 60.000 Euro für Unternehmen

Bund und Land hatten Ende März als Reaktion auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie Soforthilfeprogramme in Milliardenhöhe beschlossen. Demnach erhalten Solo-Selbstständige, Kleinunternehmer und Mittelständler finanzielle Hilfen vom Staat. Je nach Größe des Unternehmens betragen die Zuschüsse zwischen 9.000 und 60.000 Euro, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Für Kleinunternehmen gewährt der Bund die Mittel, das Land schießt aber vor. Bis Ende Mai konnten die Anträge eingereicht werden. Die Aussicht auf Staatshilfen hat jedoch auch kriminelle Energie freigesetzt. Die Staatsanwaltschaften in MV ermitteln in knapp 160 vermuteten Betrugsfällen.

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Justitia © dpa

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Die Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern hoffen auf weitere Hilfen von Bundes- und Landesregierung. Denn laut Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Rostock bangen noch viele Unternehmen um ihre Existenz. IHK-Hauptgeschäftsführer Thorsten Ries fordert Finanzhilfen für die Zeit nach August. Unternehmen aus dem Veranstaltungs- und Messebereich bräuchten eine Perspektive für den Herbst und die nächsten Jahre.

Dehoga: Anschlusshilfen gegen Kneipensterben

Aber auch Bereiche, die sich langsam erholten wie etwa der Einzelhandel und das Gastgewerbe hätten kaum die Möglichkeit, Rücklagen zu bilden. Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Mecklenburg-Vorpommern hat ebenfalls Anschlusshilfen gefordert, damit ein Kneipensterben verhindert werden könne. Die Programme von Bund und Land sehen nur Hilfen für die Zeit bis Ende August vor.

Service
Smartphone Telefon-Tastatur. © iStockphoto Foto: Krystian Nawrockii

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 12.07.2020 | 14:00 Uhr

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