Stand: 14.04.2020 13:45 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Corona: Schlachthof Teterow bleibt auf Fleisch sitzen

Rinderhälften und Innereien hängen in einem Schlachthof. © dpa picture alliance Foto: Jürgen Feichter
Der Schlachthof Teterow verkauft derzeit weniger Fleisch, die Kühlkapazitäten sind nahezu ausgeschöpft. (Symbolbild)

Der Schlachthof in Teterow (Landkreis Rostock) bekommt zunehmend die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Dort werden pro Jahr rund 120.000 Rinder geschlachtet. Doch seit März, seitdem Restaurants und Hotels wegen des Coronavirus geschlossen sind, sei die Nachfrage deutlich gesunken, sagte Verkaufsleiter Ralf Heisterkamp NDR 1 Radio MV.

Kunden greifen vermehrt zu billigerem Fleisch

Auch der Einzelhandel ordere wesentlich weniger Fleisch- und Wurstwaren. Deshalb wurde laut Heisterkamp zuletzt verstärkt Rohware eingefroren. Doch inzwischen seien die Kühlkapazitäten nahezu ausgeschöpft - für Heisterkamp ein höchst spekulatives Unterfangen. Ob, wann und zu welchem Preis sich das Fleisch verkaufen lässt, sei völlig offen. Nach Einschätzung des Verkaufsleiters greifen Verbraucher derzeit verstärkt auf billigere Erzeugnisse zurück. Angesichts verbreiteter Kurzarbeit sei bei vielen das Geld knapp.

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Polen und Rumänen blieben in MV - keine Personalprobleme

Immerhin gibt es vorerst keine Personalengpässe im Schlachthof. Viele der rund 160 Mitarbeiter kommen aus Polen und Rumänien. Weil die meisten von ihnen auf eine Heimreise über Ostern verzichteten, habe die Produktion am Dienstagmorgen wie gewohnt wieder anlaufen können, hieß es. Wegen der Corona-Krise gibt es derzeit Einschränkungen im Grenzverkehr. So unterliegen polnische Berufspendler einer 14-tägigen Quarantäne, wenn sie nach Polen zurückreisen.

 

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.04.2020 | 14:00 Uhr

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