Am Eingang eines Geschäfts wird auf das Tragen eines Mundschutzes verwiesen. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

Corona-Pandemie: Landkreise in MV lassen Vorsicht walten

Stand: 31.10.2020 15:20 Uhr

Die Landkreise Ludwigslust-Parchim, Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald gelten als Corona-Risikogebiet. Auch der Landkreis Rostock verschärft vorsorglich die Regeln.

Drei Landkreise haben momentan den Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen bisher überschritten. Wegen hoher Corona-Infektionsraten zieht der Landkreis Rostock nun einige der für Montag angekündigten Einschränkungen des öffentlichen Lebens bereits auf Sonnabend Früh null Uhr vor. Eine entsprechende Allgemeinverfügung hat Landrat Sebastian Constien (SPD) bekanntgegeben.

LRO: Fallzahlen innerhalb von wenigen Tagen verfünffacht

Grafik Landkreis Inzidenz © NDR
Rostock zieht einige der für Montag angekündigten Einschränkungen des öffentlichen Lebens vor.

Damit weitet der Landkreis Rostock die Kontaktbeschränkungen, die bislang schon in der Region Güstrow galten, auf den gesamten Landkreis aus. Veranstaltungen und private Zusammenkünfte werden stark reglementiert. So sind zum Beispiel Familien- oder Firmenfeiern mit mehr als 25 Personen in Gastätten untersagt. Zuhause dürfen sich nicht mehr als 15 Personen auf einmal treffen. Für soziale Einrichtungen und den öffentlichen Raum gelten verschärfte Regeln zur Maskenpflicht. Landrat Constien verweist auf die schnell gestiegenen Fallzahlen im gesamten Kreisgebiet. Gab es am 20. Oktober noch 25 aktive Coronafälle, so seien es jetzt bereits mehr als fünf Mal soviele. Wegen der hohen Infektionsrate zieht auch die Stadt Rostock einige der für Montag angekündigten Einschränkungen des öffentlichen Lebens vor.

Kreis Vorpommern-Greifswald: Einige Schulen und Kitas zu

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Vorpommern-Greifswald weist mit 62,0 derzeit den höchsten Sieben-Tages-Inzidenzwert auf.

Am Freitag hat der Landrat von Vorpommern-Greifswald, Michael Sack (CDU), eine Verfügung für Reiserückkehrer aus ausländischen Risikogebieten erlassen. Demnach können sie die 14-tägige Quarantäne verkürzen, wenn ein zweiter Corona-Test vorliegt. In den kommenden Tagen werde die Verwaltung weitere Schließungen von Schulen und Kitas verfügen müssen, wie zum Beispiel heute das Greifen-Gymnasium in Ueckermünde. Dort wurden zunächst 26 Lehrerinnen und Lehrer und 110 Schülerinnen und Schüler in Quarantäne geschickt. Unterdessen kommen Verwaltungsmitarbeiter, die die Kontakte von Corona-Infizierten verfolgen und am Bürgertelefon sitzen, an ihre Leistungsgrenze. Sack fordert deshalb Unterstützung aus Schwerin für eine Hotline, unter der Fragen zu den Landesverordnungen beantwortet werden.

LUP: Nur notwendige Kontakte und Aktivitäten

Auch im Kreis Ludwigslust-Parchim gelten bereits seit Anfang der Woche verschärfte Verhaltensregeln. So dürfen sich maximal zehn Menschen aus zwei unterschiedlichen Hausständen miteinander treffen. In Einkaufscentern, auf Märkten und belebten Plätzen besteht die Pflicht, eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. "Die Lage ist ernst", sagte der Landrat des Kreises Stefan Sternberg (SPD) mit Blick auf die Corona-Zahlen. "Verzichten Sie auf alle nicht notwendigen Kontakte und Aktivitäten. Wir sind jetzt mehr denn je auf die Solidarität und das Mittun aller angewiesen."

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Corona-Ampel auf "rot" auch im Landkreis Ludwigslust-Parchim.

Sportstätten im Kreis schließen von Montag an für zunächst zwei Wochen. Das betreffe sämtliche Sporthallen, Sportplätze und Schwimmhallen, teilte der Landkreis mit. Damit sei auch das Training für Kinder- und Jugendsportgruppen in Sportstätten nicht möglich, sagte ein Sprecher des Kreises. Grund seien die weiter flächendeckend steigenden Corona-Infektionszahlen auch in Schulen und Kitas des Kreises. Die am Montag in Kraft tretende überarbeitete Corona-Landesverordnung soll laut Ministerpräsidentin Schwesig zwar erlauben, dass Kinder- und Jugendsport weiterhin möglich ist, trotz Corona-Teil-Lockdown. Die Entscheidung soll jedoch auf kommunaler Ebene je nach Infektionsgeschehen getroffen werden.

Vorsichtsmaßnahme: Verschärfte Verhaltensregeln bleiben bestehen

Im Landkreis Rostock gelten aktuell dieselben Einschränkungen wie in Schwerin und im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Obwohl dort die Infektionen etwas zurückgegangen waren, werden die Regeln dort nicht gelockert. Der Grund: In den Kreisen, die einmal die orangefarbenen oder roten Stufen erreicht haben, gelten strengere Regeln so lange, bis der jeweilige Schwellenwert mindestens zwei Wochen lang unterschritten worden ist.


04.11.2020 16:45 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels stand, dass am Greifen-Gymnasium in Ueckermünde vorwiegend Lehrer infiziert seien. Richtig ist vielmehr, dass sie zunächst vorsorglich in Quarantäne geschickt wurden. Wir haben den entsprechenden Teil geändert.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 30.10.2020 | 17:00 Uhr

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