Eine ältere Frau wird in einem Krankenhaus beatmet (Symbolbild) © Colourbox

Corona: Noch kein Mangel an Intensivbetten

Stand: 12.04.2021 15:19 Uhr

Viele deutsche Kliniken könnten bald wegen der Corona-Pandemie überlastet sein, warnen Intensivmediziner. Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist die Lage angespannt – aber stabil.

Zu Beginn dieser Woche wurden 75 Covid-Patienten in Mecklenburg-Vorpommern intensivmedizinisch betreut, gut die Hälfte von ihnen wir beatmet. Das geht aus den aktuellen Zahlen im Divi-Intensivregister des Robert-Koch-Instituts hervor. Demnach sind zwölf Prozent der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt. Das ist im Ländervergleich nicht viel. In Thüringen sind es über 33 Prozent und in Berlin rund 27. Zudem sind in Mecklenburg-Vorpommern noch etwa 20 Prozent aller zur Verfügung stehenden Intensivbetten noch frei.

Immer mehr jüngere Corona-Patienten

Obwohl noch Intensivbetten frei sind, machen sich Ärzte Sorgen. Natürlich stehen nicht alle Intensivbetten für Covid-Patienten zur Verfügung, sondern auch für Unfallopfer oder Schlaganfallpatienten. Die Chefärztin für Intensivmedizin an den Helios-Kliniken in Schwerin, Jana Protzel-Scheer, wies zudem darauf hin, dass nicht alle Intensivbetten sich auch zur Beatmung von Covid-Patienten eignen. Die Belastung für das Personal sei hoch, so Christian Arns von der Uniklinik Greifswald, es sei seit über einem Jahr stark gefordert. Außerdem seien die Covid-Patienten jünger als jene, die zu Beginn der Pandemie ins Krankenhaus mussten. Der hohe Anteil an jüngeren Patienten in den Kliniken sei auch ein Zeichen, dass die Verläufe schwerer würden, sagt Arns. Jüngere Patienten haben zwar bessere Chancen, die Krankheit zu überleben, liegen aber auch länger auf den Intensivstationen.

Kliniken unterschiedlich betroffen

Die Intensivstationen der Kliniken in Mecklenburg-Vorpommern sind nicht gleichmäßig ausgelastet. In Schwerin zum Beispiel sind derzeit nur zwei Intensivbetten frei. Im Notfall könnten fünf Betten zusätzlich aufgestellt werden, sagte ein Sprecher der Klinik. An der Rostocker Uniklinik ist die Lage angespannt, hieß es, jedoch sei die Behandlung der Covid-Patienten deutlich routinierter geworden, auch wenn es Engpässe bei speziellen Beatmungsgeräten gibt. In Neubrandenburg bereitet man sich darauf vor, mehr Intensivbetten aufzustellen. Operationen, die nicht dringend notwendig sind, werden derzeit verschoben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 12.04.2021 | 16:30 Uhr

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