Zwei symbolische Darstellungen des Coronavirus in unterschiedlichen Farben. © imago images/Alexander Limbach Foto: Alexander Limbach

Corona: Mutation in weiten Teilen von MV nachgewiesen

Stand: 30.01.2021 15:43 Uhr

Die hochansteckende britische Virus-Mutation B.1.1.7. ist bei mehreren Verdachtsfällen in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen worden. Am Sonnabend kam ein weiterer Fall aus Schwerin hinzu.

In Schwerin ist erstmals bei einem positiv getesteten Patienten die britische Mutante des Coronavirus nachgewiesen worden. Das teilte die Stadt am Sonnabend mit. Erst einen Tag zuvor hatte sich der Verdacht auf erste Infektionen mit der britischen Corona-Mutation in Mecklenburg-Vorpommern bestätigt. Das mit der Kontrolle der auffälligen Befunde beauftragte Speziallabor hatte nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGuS) darüber informiert, dass es sich "mit größter Wahrscheinlichkeit um die Virusvariante UK B 1.1.7 (britische Variante) handelt".

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Rund 200 positive Tests untersucht

Es ist demnach nicht nur die Risikogruppe der über 80-Jährigen betroffen. Inzwischen haben Labore in Mecklenburg-Vorpommern dreizehn Hinweise auf die Mutation nachgewiesen. Grundlage war die Auswertung von etwa 200 positiven Corona-Tests. Sieben Mutationsnachweise gab es demnach im Kreis Nordwestmecklenburg, drei in Ludwigslust-Parchim, zwei im Landkreis Rostock und einen in der Landeshauptstadt Schwerin (Stand Sonnabend).

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Nach Angaben des LAGuS wurde die neue Virus-Form landesweit in allen Altersgruppen festgestellt - zwischen 13 und über 100 Jahren. In einem Fall soll es sich um eine Mitarbeiterin in einem Pflegeheim handeln, in dem es einen größeren Corona-Ausbruch gegeben hat. Dort werden noch einmal die positiven Proben untersucht, um möglicherweise Hinweise auf die Verbreitung der britischen Virus-Mutation zu bekommen.

"Damit ist klar, dass unser Bundesland voraussichtlich nicht von den Mutationen verschont bleiben wird", sagte Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU). Glawe betonte, dass die bisherigen Erkenntnisse darauf hindeuten würden, dass die zugelassenen Corona-Impfstoffe gegen diese Virusvariante wirksam seien.

Bei Viren treten stetig zufällige Veränderungen im Erbgut auf, Mutationen genannt. Manche verschaffen dem Erreger Vorteile - etwa, indem sie ihn leichter übertragbar machen. Das LAGuS hatte für Mecklenburg-Vorpommern am Freitag 249 Corona-Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. Es registrierte zudem 20 weitere Todesfälle. Der Wert für die Sieben-Tage-Inzidenz sank landesweit auf 96,6.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 30.01.2021 | 16:00 Uhr

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