Stand: 06.08.2020 13:05 Uhr

Corona: Kritik an Maskenpflicht auf Schulhöfen

Der Landeselternrat hat die neue Maskenpflicht auf den Pausenhöfen der Schulen in Mecklenburg-Vorpommern kritisiert. Diese Entscheidung der Landesregierung sei für viele Eltern nicht nachvollziehbar, heißt es von den Elternvertretern. Hier fehle das Augenmaß, so Elternratssprecher Kay Czerwinski. Schließlich hätten die Schulen feste Schülergruppen gebildet und Pausenzeiten versetzt, damit Schüler sich nicht vermischen. Wo Abstände schwer einzuhalten seien, beispielsweise auf Schulfluren, unterstützen die Elternvertreter die Maskenpflicht. Im Freien eine Maske zu tragen, sei den Kindern und Jugendlichen schwer zu vermitteln, weil dies auch außerhalb von Schulen unüblich sei.

VIDEO: Maskenpflicht an Schulen: Wie gut klappt das? (2 Min)

GEW: Regeln besser erklären

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW-MV) hätte sich eine bessere Informationspolitik des Landes gewünscht. Man habe zahlreiche entsprechende Rückmeldungen erhalten, hieß es. Denn es gebe Ausnahmen: Sobald sich beispielsweise eine definierte Schülergruppe alleine draußen aufhält oder mit genügend Abstand zur anderen Gruppe muss niemand eine Maske tragen. Offenbar sind manche Schulen jetzt übervorsichtig und ordnen generell außerhalb des Unterrichts die Maskenpflicht an. Der Landesschülerrat regte an, so großzügig wie möglich zu verfahren. Grundsätzlich sind die Schülervertreter aber für die Maske, wo immer Abstände nicht einzuhalten sind.

Ansteckungsgefahr im Freien geringer

Zuvor hatte auch der Landkreistag die Maskenpflicht auf den Schulhöfen kritisiert und für mehr Augenmaß bei der Maskenpflicht auf Schulhöfen plädiert. Grundsätzlich begrüßten die Landkreise das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Schulgebäude sowie an Bushaltestellen, wo das Gedränge unter Schülern groß sei. Gerade jüngere Kinder in den Klassenstufen fünf bis sieben nutzen jedoch die Hofpausen zum "Toben". "Wenn jedoch bereits Elf- und Zwölfjährige in der für die Erholung und Bewegung dringend notwendigen Hofpause an der frischen Luft nur noch in die Maske atmen dürfen", sehe man die Situation "schwieriger", so Matthias Köpp, Geschäftsführer des Landkreistages, in einer Mitteilung am Mittwoch.

Das Gremium verweist bei seinen Forderungen darauf, dass die Ansteckungsgefahr "draußen erwiesenermaßen geringer" sei als drinnen. Das Maskentragen solle nach Ansicht der Landkreise auf dem Außengelände der Schulen beendet werden, "sobald sich die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern auf einem niedrigen, einstelligen Niveau eingependelt" habe, hieß es.

Schüler an einer Bushaltestelle © dpa Foto: Christian Hager
Mehr Busse einzusetzen, um das Infektionsrisiko zu senken sei nicht machbar, so die Landkreise.
Aufstockung der Schulbusflotte "nicht umsetzbar"

Die Landkreise sehen außerdem keine Chance auf den geforderten Einsatz von mehr Schulbussen. Damit sollte Gedränge im Verkehr vor und nach der Schule vermieden und so das Corona-Infektionsrisiko gesenkt werden. Dies sei jedoch nicht umsetzbar, so der Landkreistag. Busse stünden nicht reihenweise ungenutzt in den Depots und warteten nur darauf, zum Einsatz zu kommen, so eine Sprecherin. Dasselbe gelte für das Fahrpersonal. Am Dienstag hatte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) die Einsetzung einer Arbeitsgruppe der Schulträger angekündigt, die eine Entzerrung des Busverkehrs prüfen sollte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 06.08.2020 | 12:00 Uhr

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