Stand: 20.04.2020 17:31 Uhr

Corona: Kein großer Andrang in Geschäften in MV

Passanten in Rostocker Fußgängerzone © Steffen Baxalary Foto: Steffen Baxalary
In Rostock waren die Straßen in der Innenstadt heute belebter als in den vergangenen Wochen. (Archivbild)

Nach einer mehrwöchigen Zwangspause wegen der Corona-Pandemie haben am Montag wieder zahlreiche Einzelhandelsgeschäfte in Mecklenburg-Vorpommern ihre Türen geöffnet. Doch ein Ansturm auf die Innenstädte in Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und anderen Städten im Nordosten blieb aus. Das Interesse der Kunden war an einigen Einkaufsstraßen und Shopping-Centern eher verhalten. So war etwa die Kröpeliner Straße in Rostock deutlich belebter als in den vergangenen Wochen, aber noch lange nicht so voll, wie man es eigentlich gewohnt ist.

Viele Hinweisschilder in den Eingangsbereichen

Etwa die Hälfte der Läden dort hat mittlerweile wieder geöffnet. Einige dürfen noch nicht - wie etwa Friseure oder Restaurants - andere bereiten ihre Öffnung in den kommenden Tage vor und wiederum andere Läden - oftmals von größeren Ketten - sind noch geschlossen. Was auffiel, waren die Schilder in den Eingangsbereichen mit Hinweisen, wie viele Kunden sich gleichzeitig im Laden aufhalten dürfen. Das reicht von zwei bis 50 Personen. Vor einigen Läden war Sicherheitspersonal postiert und vereinzelt sah man auch Menschen mit Mundschutz durch die Innenstadt gehen. Die Läden in der Innenstadt waren trotz der Beschränkungen und der Abstandsregeln gefüllt. Großen Andrang gab es aber nicht. Kleinere Schlangen bildeten sich lediglich vor Bäckereien.

In der Schweriner Marienplatzgalerie waren am Nachmittag zahlreiche Kunden zu sehen, in den Geschäften hielten sich jedoch nur wenige auf. Einige Geschäfte hatten trotz der Lockerung der Landesregierung noch nicht geöffnet. Sie verwiesen, wie auch manche Läden im Schweriner Schlosspark-Center, auf eine Öffnung in den kommenden Tagen. Einige Geschäfte hätten die gebotenen Schutzmaßnahmen wie etwa Desinfektionsmittel nicht zum Montag umsetzen können, berichtete der Landesgeschäftsführer des Handelsverbands Nord, Kay-Uwe Teetz. Im Schlosspark-Center sind Essen und Trinken nicht erlaubt. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird empfohlen. Das werde auch von den meisten Verkäufern und Kunden gemacht, sagte eine Sprecherin.

Stoffmasken in Ludwigsluster Geschäft der Renner

Geschäft in Rostock © Steffen Baxalary Foto: Steffen Baxalary
Viele Geschäfte weisen am Eingang auf Kundenzahl-Begrenzungen hin.

In Ludwigslust nutzten die meisten Geschäfte die Möglichkeit, nach der mehrwöchigen Zwangsschließung wieder zu öffnen. Die Innenstadt war auch deutlich belebter als in den Wochen davor. In der örtlichen Filiale der Kaufhaus-Kette Nessler sperrten Mitarbeiter mit weiß-rotem Flatterband jeweils eine Hälfte der beiden Geschäftsetagen ab, um die zugelassene Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern nicht zu überschreiten. Verkäuferinnen mit Mund-Nase-Masken trugen T-Shirts und andere Waren in den vorderen Teil. Im Handarbeitsladen "Art & Hobby" in der Schlossstraße waren Stoffmasken, von der Inhaberin genäht, der Renner. Am Vormittag seien mehr als 50 Stück verkauft worden, hieß es. Auch Stoff, für Masken zugeschnitten, und Gummiband seien sehr gefragt, berichtete die Verkäuferin.

Vorpommern: Mehr los auf den Straßen

Auch in der Neubrandenburger Innenstadt war heute schon deutlich mehr los als in den vergangenen Wochen. Auch hier blieb der große Ansturm auf die Geschäfte aus. In das Marktplatzcenter mit vielen Geschäften wurde nur eine begrenzte Anzahl von Menschen hineingelassen. Auch in Stralsund war die Innenstadt deutlich belebter als in den Wochen zuvor, sagte eine Sprecherin der Stadt. In Greifswald bildeten sich rund um den Markt vor einigen Geschäften Schlangen. Die Abstandsregeln wurden von den meisten im Großen und Ganzen eingehalten.

21 Millionen Euro Umsatzausfall pro Tag

Die Ladeninhaber zeigten sich über die Öffnung ihrer Läden erfreut. Damit sei ein Anfang zur Normalisierung gemacht, so der Tenor. Nach Schätzungen des Einzelhandelsverbands Nord hat der Umsatzausfall im Einzelhandel in MV rund 21 Millionen Euro pro geschlossenem Tag betragen. Von den Einbußen betroffen ist auch Sigrun Marquardt und ihr Bilderrahmengeschäft in Schwerin. Der Umsatz sei in den Wochen der Schließung fast komplett weggebrochen. "Die Hilfe hat mich gerettet", sagte Sigrun Marquardt mit Blick auf die Corona-Soforthilfen. Ein Feinkostgeschäft in Schwerin berichtete von Umsatzeinbußen von rund 80 bis 85 Prozent während der Corona-Krise, obwohl es an einigen Tagen öffnen konnte. Fehlende Touristen würden die Situation verschärfen, gerade für die Geschäfte in Warnemünde und Kühlungsborn, hieß es aus den Urlaubsorten.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 20.04.2020 | 16:00 Uhr

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