Corona: Großer Andrang bei Testzentren in MV

Stand: 14.10.2020 12:11 Uhr

Die Corona-Testzentren in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen einen starken Anstieg von Personen, die sich testen lassen wollen. Einige Zentren sprechen von Rekordwerten, ausgeschöpft seien die Kapazitäten aber noch nicht.

Die Aussage von Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) am Dienstagabend im Hauptausschuss ließ aufhorchen: Die Test-Kapazitäten seien am Ende. In den vergangenen Tagen hätten sich lange Schlangen gebildet, weil sich dort Feriengäste testen lassen wollten, so Madsen. Nun sagte ein Sprecher der Stadt auf Anfrage, Madsen habe das nicht auf die Lage in Rostock bezogen, es sei vielmehr sein allgemeiner Eindruck aus landesweiten Konferenzen. Die für Tests in der Hansestadt zuständige Rostocker Unimedizin sprach von einem stärkeren Andrang, dramatisch sei die Lage aber nicht.

Rostock: Mehr Zeit einplanen

Wer sich in Rostock testen lassen wolle, solle etwas Zeit mitbringen - insbesondere vormittags. Das liege zum Einen an Urlaubern, die mit einem negativen Test herkommen und den bestätigen lassen wollen. Außerdem gebe es Urlauber, deren Herkunftsregion während ihres Aufenthalts hierzulande zum Risikogebiet erklärt worden ist sowie Reiserückkehrer aus Mecklenburg-Vorpommern, die aus einem Risikogebiet zurückgekommen sind. Darüber hinaus würden sich aber auch Pendler testen lassen, die in Risikogebieten arbeiten. Das dürfen sie noch ohne Quarantäne, aber es gebe da viele Unsicherheiten.

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Neubrandenburg: Anderthalbstündige Wartezeit

Allein in den Abstrichzentren Neubrandenburg sind seit Anfang der Woche 247 Abstriche vorgenommen worden. Eine Sprecherin des Kreises Mecklenburgische Seenplatte sagte NDR 1 Radio MV, dass es beim Abstrichzentrum Neubrandenburg zu Wartezeiten von mehr als anderthalb Stunden gekommen sei. Als Hauptgrund für den Ansturm sieht die Kreisverwaltung die vielen Reiserückkehrer mitsamt Schulkindern nach den Herbstferien. Ein Abstrich im Corona-Testzentrum ist nur mit einer Überweisung möglich, zum Beispiel durch den Hausarzt. Neben dem Testzentrum sind zwei mobile Abstrich-Teams in der Region im Einsatz.

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Greifswald: Rekordwert bei Abstrichen

Die Uniklinik Greifswald sprach von einem Rekordwert seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Dort wurden allein am Montag 339 Personen getestet. Es handle sich überwiegend um Reiserückkehrer, Urlauber, aber auch Personen auf Dienstreise. Die Uniklinik arbeite derzeit unter Vollbelastung, um die Tests schnellstmöglich abzuarbeiten, so ein Sprecher. Überlaufen sei das Zentrum aber nicht, die Kapazität werde entsprechend angepasst.

"Frequenz hat deutlich zugenommen"

Auch zum Corona-Testzentrum Pasewalk kommen derzeit mehr Menschen, wie Achim Frotizheim, Sprecher des Kreises Vorpommern-Greifswald, erklärte. Im Durchschnitt seien es 30 bis 40 Personen. "Die Frequenz hat im Vergleich zu den vergangenen Monaten deutlich zugenommen", so Froitzheim. Bei den Getesteten handle es sich überwiegend um Reiserückkehrer, aber auch Personen mit Überweisungen vom Hausarzt.

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Ministerium: Kapazitäten landesweit zu 30 Prozent ausgelastet

Im Landkreis Ludwigslust-Parchim gibt es ein Testzentrum, das nach Angaben des Kreises eher normal ausgelastet ist. Auch der Kreis Nordwestmecklenburg spricht von einem normalen Aufkommen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind die landesweiten Kapazitäten in den vergangenen sieben Tagen im Durchschnitt nur zu 30 Prozent ausgelastet gewesen. Die gesamte Testkapazität für Mecklenburg-Vorpommern liege aktuell bei rund 4.800 PCR-Test pro Tag. Die Testkapazitäten und die Reserven reichten aus. Zur Not könnten Betriebszeiten noch umgestellt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 14.10.2020 | 12:00 Uhr

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