"Check die Tellerreste": Aktion gegen Lebensmittelverschwendung an Schulen

Stand: 20.09.2021 11:00 Uhr

Rund 81.000 Tonnen Speiseabfälle entstehen jährlich an deutschen Schulen. Schülerinnen und Schüler in Schwerin, Neubrandenburg, Rostock, Wismar, Ivenack und Mühlen-Eichsen untersuchen, woran das liegt.

Dafür sammeln sie die ganze Woche lang Speisereste aus der Kantine in durchsichtigen Tonnen. Sie wiegen den Abfall, notieren ihre Beobachtungen und beantworten Fragen. Ins Leben gerufen wurde die Aktion von der Schweriner Vernetzungsstelle für Schulverpflegung.

Fragebogen soll Gründe für Verschwendung klären

Die Schülerinnen und Schüler beantworten in einem Fragebogen, warum sie nicht aufgegessen haben. Ein Grund dafür kann zum Beispiel sein, dass es schlichtweg nicht geschmeckt hat. Laut bundesweiten Untersuchungen gefällt vielen Kindern und Jugendlichen auch die Atmosphäre in ihrer Kantine nicht - es sei ihnen zu laut und zu unruhig. Oder die Portionen seien einfach zu groß. Oder: Eltern bestellen für ihre Kinder, ohne dabei auf deren Vorlieben zu achten.

Vernetzungsstelle für Schulverpflegung schlägt Lösungen vor

Die Daten, die die Kinder und Jugendlichen im Laufe der Woche sammeln, werden schließlich von der Schweriner Vernetzungsstelle für Schulverpflegung ausgewertet. Daraufhin erarbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dann Empfehlungen für Schulen. Eine Idee ist es zum Beispiel, im Unterricht über Lebensmittelverschwendung aufzuklären. Die Schulen könnten aber auch anhand der Daten die Atmosphäre ihrer Kantinen verbessern oder ein Feedbacksystem für Catering-Firmen einführen. Das große Ziel der Aktion ist es laut der Vernetzungsstelle für Schulverpflegung, Speisereste zu minimieren: Schon ein Kilogramm Speiseabfall habe einen Wert von zwei Euro - inklusive der dafür benötigten Rohstoffe, Energie und Arbeitszeit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Landfunk | 20.09.2021 | 12:00 Uhr

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