Stand: 20.03.2020 18:30 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Caffier sieht Ausgangssperre für MV als "allerletztes Mittel"

Innenminister Lorenz Caffier bei einer Pressekonferenz © NDR
Innenminister Caffier will eine Ausgangssperre als "allerletztes Mittel" nicht ausschließen.

Bayern hat als erstes Bundesland wegen der Coronakrise umfassende Ausgangsbeschränkungen erlassen. Andere Bundesländer wollen auch entsprechende Schritte einleiten. In Mecklenburg-Vorpommern ist eine Ausgangssperre bislang nicht vorgesehen, das könnte sich aber ändern. Ausgeschlossen wird sie von der Landesregierung nicht: "Kein Land wird das ausschließen, dass wenn sich die Bürgerinnen und Bürger nicht an die Maßnahmen halten, auch solche Maßnahmen zum Tragen kämen. Aber die Ministerpräsidentin und ich sind uns einig, dass ein Ausgehverbot wirklich das allerletzte Mittel sein sollte", hatte Caffier am Donnerstag gesagt.

Beratungen über Ausgangsbeschränkungen am Sonntag in Berlin

Am Sonntag wollen die Bundesregierung und die Länder über weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens beraten. Alle Anordnungen müssten den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beachten, hieß es aus dem Kanzleramt. "Wir werden uns das Verhalten der Bevölkerung an diesem Wochenende anschauen", sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU). Zuletzt waren immer wieder Fälle von Gruppenbildungen oder Corona-Partys bekannt geworden, bei denen sich Menschen den verfügten Coronaschutmaßnahmen widersetzten. Dies sei mit Blick auf die Risiken inakzeptabel, hieß es einhellig von Politikern und Medizinern.

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"Halten Sie sich an die Regeln!"

Auch Caffier appellierte an die Mecklenburger und Vorpommern, die Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus ernst zu nehmen. "Jeder Bürger hat die Aufgabe, alles zu unterlassen, was die Gesundheit der Mitmenschen gefährdet." Jeder Einzelne sei dabei gefordert: "Halten Sie sich an die Regeln. Infektionsschutz gilt für alle", betonte Caffier.

Öffentliches Leben heruntergefahren

In Mecklenburg-Vorpommern ist als Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus das öffentliche Leben in den vergangenen Tagen weitgehend heruntergefahren worden. Schulen, Kitas und viele Geschäfte wurden geschlossen, Veranstaltungen abgesagt und der Tourismus gestoppt. Menschen von außerhalb des Landes dürfen ohne triftige Gründe nicht mehr einreisen. Seit Donnerstag werden Verstöße kontrolliert und auch geahndet.

Bürgertelefone zum Coronavirus

Zentrale Hotline des Wirtschafts- und Gesundheitsministeriums:
(0385) 588 - 5888
Mo. bis Do. 9 - 12 Uhr / 13 - 15 Uhr sowie Fr. 9 - 12 Uhr

Hotlines des Sozialministeriums:
(0385) 588 - 1999-7 und (0385) 588 - 19999 für Fragen rund um Krippen, Kindergärten, Horte und Kindertagespflegestellen
(0385) 588 - 19995 und (0385) 588 - 19997 für Fragen zu Pflege- und sozialen Einrichtungen
Mo. - Fr. 9 bis 18 Uhr

Hotline vom Kinderschutzbund für gestresste Eltern:
(0385) 479 - 1570
Mo. - Fr. 14 bis 17 Uhr

Seelsorge-Hotline der Nordkirche für Alte und Kranke:
(0800) 454 0106
täglich 14 bis 18 Uhr

Hotline des Landwirtschaftsministerium:
(0385) 588 - 6599
Mo. - Fr. 8 bis 17 Uhr

Gesundheitsamt Landkreis Mecklenburgische Seenplatte:
(0395) 57087 - 5330

Landkreis Vorpommern-Greifswald:
(03834) 8760 - 2300
Mo. - Fr. 8 - 20 Uhr, Sa. + So. 9 - 12 Uhr

Landkreis Vorpommern-Rügen:
(03831) 357 - 1000
E-Mail: corona-fragen@lk-vr.de

Landkreis Nordwestmecklenburg:
(03841) 3040 - 3000
Mo. bis Do. 9 - 12 Uhr / 13 - 17 Uhr sowie Fr. 9 - 12 Uhr

Landeshauptstadt Schwerin:
(0385) 545 - 3333
Mo. bis Do. 8 - 16 Uhr sowie Fr. 8 - 12 Uhr

Landkreis Rostock:
(03843) 7556 - 9999
Von 7 bis 22 Uhr geschaltet

Landkreis Ludwigslust-Parchim:
(03871) 722 - 8800
Mo. bis Do. 8 -12 Uhr/13 - 16 Uhr sowie Fr. 8 - 13 Uhr, Sa. und So. 9 - 16 Uhr

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.03.2020 | 15:00 Uhr

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