CDU in MV begrüßt Laschet-Kandidatur

Stand: 20.04.2021 15:25 Uhr

Jetzt steht es fest: Der CDU-Vorsitzende Armin Laschet soll Kanzlerkandidat der Union werden. CSU-Chef Markus Söder zog seine Bewerbung zurück. CDU-MV-Landeschef Michael Sack sieht die Union durch die holprige Kandidatenkür nicht beschädigt und glaubt sogar, dass der Landtagswahlkampf mit einem Kanzlerkandidaten Laschet einfacher wird.

Der CDU-Bundesvorstand hat entschieden: Parteichef Armin Laschet soll Kanzlerkandidat der Union werden - nicht CSU-Chef Markus Söder. Der Franke zog am Mittag seine Bewerbung für die Kandidatur zurück. Die CDU-Vorstandsmitglieder hatten in einer Sondersitzung am Montagabend mehr als sechs Stunden lang über die K-Frage diskutiert und dann abgestimmt - Laschet erhielt 31 Stimmen, Söder 9.

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Markus Söder, CSU © dpa-Bildfunk Foto:  Peter Kneffel/dpa

Söder akzeptiert Laschet als Kanzlerkandidaten der Union

Der CSU-Chef beugt sich dem CDU-Vorstandsvotum der vergangenen Nacht und verzichtet auf eine eigene Kandidatur. Mehr dazu bei tagesschau.de. extern

CDU-Landeschef Sack zeigte sich gegenüber dem NDR Nordmagazin froh, dass die Kandidatenkür nun abgeschlossen ist. "Wir haben ganz viele, die sowohl für den einen als auch für den anderen ihre Sympathien hatten. Insofern ist es auch wiederum gut, dass die Entscheidung jetzt da ist." Dass die Union durch das Duell zwischen Laschet und Söder nachhaltig beschädigt worden sein könnte, glaubt Sack nicht. Wenn man zwei gute Kandidaten habe, müsse man sich die erforderliche Zeit für eine Entscheidung nehmen, so der CDU-Politiker.

Sack blickt Wahlkampf mit Laschet zuversichtlich entgegen

Mit Blick auf die bevorstehende Landtagswahl in MV - der neue Landtag wird analog zum neuen Bundestag am 26. September gewählt - glaubt Sack, dass viele Themen im Wahlkampf mit Laschet "ein wenig einfacher werden für uns. Ich weiß aus Nordrhein-Westfalen, dass er insbesondere für die kommunale Ebene sehr viel getan hat in seiner Zeit jetzt als Ministerpräsident", so Sack. Auch mit seinen anderen Themen wie etwa innerer Sicherheit und Klimaschutz "kann man mit Armin Laschet auch in unserem Land ganz viel tun."

Glawe: "Jetzt haben sich auch alle daran zu halten"

"Man sieht eben, dass die CDU/CSU sich einigen kann", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) NDR 1 Radio MV. Er zollte Söder Respekt dafür, dass dieser das Votum akzeptiert habe. "Und damit gehe ich davon aus, dass die Geschlossenheit im Wahlkampf von CDU und CSU jetzt auch gelebt wird", so Glawe. Dass zahlreiche CDU-Mitglieder Söder favorisiert hatten, sieht Glawe nicht als Problem. Das gehöre zu einer Volkspartei genauso dazu wie der Umstand, dass Mehrheitsentscheidungen fallen. Und eine solche sei klar für Laschet ausgefallen. "Zur Demokratie gehört eben auch das Reden über den besten Weg. Der ist jetzt entschieden - und jetzt haben sich auch alle daran zu halten."

"Bei Merkel hat man damals auch gesagt: 'Oh Gott, oh Gott'"

Laschet sei der richtige Kandidat für die CDU und für Deutschland, meint Glawe. "Das werden wir im Wahlkampf beweisen. Ich glaube, dass es schon viele Kandidaten gegeben hat - denken Sie an Angela Merkel, da hat man damals auch gesagt: 'Oh Gott, oh Gott' - und was ist passiert? Sie ist 16 Jahre Kanzlerin - genauso lang wie Helmut Kohl." Es gehe um die Arbeit der Bürgerinnen und Bürger Deutschlands. Da habe die CDU über Jahrzehnte bewiesen, dass sie das kann. "Und die Bevölkerung wird am Ende der CDU, so glaube ich jedenfalls, die meisten Stimmen zukommen lassen und den Regierungsauftrag an die CDU geben", meint Glawe.

JU-Landeschef: Können guten Wahlkampf mit Laschet bestreiten

"Wir haben uns ja mehrheitlich als Junge Union in Deutschland und auch im Landesverband für Markus Söder ausgesprochen. Ich denke aber, wir können uns auch hinter Armin Laschet vereinen", sagte der Landesvorsitzender der Jungen Union in Mecklenburg-Vorpommern, Georg Günther, dem NDR Nordmagazin. Auch Laschet sei ein "geeigneter Kanzlerkandidat", was er als Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens unter Beweis gestellt habe. Günther meint, es werde von großer Bedeutung sein, den Kandidatenfindungs-Prozess zu beleuchten und dabei die Mitglieder vor Ort in die Diskussionen mehr miteinzubeziehen.

Rehberg sieht klares Votum in Land und Bund

Eckhardt Rehberg, der Vorsitzende der CDU-Landesgruppe Mecklenburg-Vorpommern im Bundestag, hatte sich am Morgen nach dem Votum des CDU-Vorstands pro Laschet im Gespräch mit NDR Info sehr zufrieden gezeigt: "Ich glaube, das ist ein klares Votum. Ein ähnliches Votum haben wir im erweiterten Landesvorstand Mecklenburg-Vorpommern gefasst: über 70 Prozent bei uns für Armin Laschet; jetzt fast 80 Prozent." Rehberg hatte mit einem Rückzug Söders fest gerechnet, wie er sagte. "Das wäre, wenn er das nicht täte, der zweite Wortbruch. Es war ja schon letztes Wochenende am Sonntag von ihm zu hören, dass er Entscheidungen der CDU akzeptiert. Und dann hat er das CDU-Präsidium und den CDU-Bundesvorstand als Hinterzimmer abgetan." Ein fortgesetzter Streit um die Unions-Kandidatur hätte dieser schweren Schaden zugefügt, so Rehberg.

"CDU-Vorsitz und Kandidatur gehören zusammen"

Die CDU-Bundestagsfraktion über die Kanzlerkandidatur abstimmen zu lassen, ist für Rehberg keine Option: "Die Fraktion ist kein Entscheidungsgremium", so der Bundestagsabgeordnete: "Man muss auch jedem sagen in der CDU: 'Wie groß ist eigentlich unsere eigene Selbstachtung?'" Armin Laschet sei vor einem Vierteljahr zum CDU-Vorsitzenden gewählt worden. "Und da muss eben auch klar gewesen sein, wer CDU-Vorsitzender ist, der hat auch den Zugriff auf die Kanzlerkandidatur. Das gehört für mich zusammen."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 20.04.2021 | 16:00 Uhr

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