Michael Sack, der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern beim Auftakt seiner Wahlkampftour © dpa-Bildfunk Foto: jens Büttner

CDU Spitzenkandidat Sack startet Wahlkampftour in MV

Stand: 19.07.2021 15:14 Uhr

Der Christdemokrat Michael Sack will bis zum 26. September alle 36 Wahlkreise in Mecklenburg-Vorpommern bereisen.

Am Montagvormittag hat Sack in Schwerin sein Tourgespann aus Auto und Info-Anhänger vorgestellt, später soll die zehnwöchige Tour offiziell in seiner Heimatstadt Loitz (Landkreis Vorpommern-Greifswald) starten. Mehr als 150 Termine sind laut Sack bis zum Wahltag vorgesehen. Dazu gehörten Treffen mit Vereinen, Firmenbesuche und Gespräche mit Bürgermeistern, aber auch Stopps auf Parkplätzen vor Einkaufszentren, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Auch die eine oder andere Kundgebung mit bundespolitischer Prominenz sei geplant, sagte Sack. Offen sei noch, wer wann wohin komme.

Sack bleibt Landrat von Vorpommern-Greifswald

Sacks wichtigstes Wahlkampfthema ist die Bildung: Die Schulen müßten raus aus der "Kreidezeit", digitaler werden und auch in Krisenzeiten wie der aktuellen Corona-Pandemie funktionieren. Mit dieser Forderung kritisierte er das SPD-geführte Bildungsministerium. Sack bleibt Landrat des Kreises Vorpommern-Greifswald. Er will die Wahlkampftour in seinem Urlaub bestreiten. Ob er nach der Wahl Landtagsabgeordneter wird, ließ er offen. Zunächst will Sack nach eigenen Worten die Wahl gewinnen.

Kritik kommt von den Grünen

Das kritisieren die Grünen im Land. Sack hätte längst sein Amt als Landrat niederlegen und den Weg für eine Landratswahl am 26. September freimachen können, sagt die Fraktionschefin in Vorpommern Greifswald, Ulrike Berger: "Ich finde das verantwortungslos gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern hier im Landkreis. Denn Sack hat über einen längeren Zeitraum seinen Urlaub geplant und damit auch seine Karriere, aber die Entwicklung des Landkreises ist ihm dabei egal. Hätte er das offen und transparent gestaltet, hätten wir parallel zur Bundestags- und Landtagswahl auch den Landrat oder eine neue Landrätin wählen können." Und das hätte den Verwaltungsaufwand, aber auch Kosten reduziert, so Berger. Vor allem hätte eine Wahl am 26. September auch das Ansehen des Amtes als Landrat gestärkt, da die Wahlbeteiligung deutlich höher wäre.

FDP-Landesparteichef René Domke. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild Foto: Jens Büttner
FDP-Landesparteichef René Domke will seine Partei wieder in den Landtag führen.
FDP will "Taten sprechen lassen"

Auch die FDP Mecklenburg-Vorpommerns will nach zehn Jahren außerparlamentarischer Opposition zurück in den Schweriner Landtag. Unter dem Motto "Taten sprechen lassen" wollen die Freien Demokraten den Auftakt für den Wiedereinzug in das Schweriner Schloss machen und die Probleme des Landes anpacken. "Der Digitalisierung, dem Breitbandausbau und der Mobilfunknetzabdeckung wollen wir Schwung geben. Seit über zehn Jahren Ankündigungen und Beteuerungen, ist es jetzt Zeit zu liefern", sagte der Spitzenkandidat René Domke. 

Alle Kandidaten stehen endgültig am 19. August fest

Für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern haben 24 zur Wahl zugelassene Parteien fristgerecht zum 13. Juli ihre Kandidatenlisten eingereicht. Wie die Landeswahlbehörde mitteilte, entscheidet der Landeswahlausschuss am 3. August endgültig über die Zulassung der Landeslisten sowie der einzelnen Bewerber auf jeder Liste. Die Entscheidungen über die jeweiligen Kreiswahlvorschläge würden die Kreiswahlausschüsse spätestens am 5. August treffen. Gegen deren Entscheidungen seien Beschwerden möglich, über die dann wiederum der Landeswahlausschuss am 19. August befinde. Erst danach stünden alle Kandidaten, die in Mecklenburg-Vorpommern zur Landtagswahl antreten, endgültig fest, hieß es.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.07.2021 | 14:00 Uhr

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