Stand: 03.03.2020 10:09 Uhr

Bundesweite Razzien gegen Schleuserbande

Bundespolizisten führen einen Tatverdächtigen (M.) ab. © dpa-Bildfunk Foto: Paul Zinken
Bundesweit waren 700 Bundespolizisten an den Razzien beteiligt. (Archivbild)

Im Rahmen einer bundesweiten Razzia ist die Bundespolizei mit 700 Beamten gegen vietnamesische Schleuser vorgegangen. In sieben Bundesländern - darunter auch Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen - wurden rund 30 Objekte durchsucht. Es habe auch Festnahmen gegeben, hieß es. Mitgliedern einer vietnamesischen Familie wird vorgeworfen, im großen Stil Landsleute nach Deutschland geschleust zu haben. Der Schwerpunkt der Aktion lag in Berlin.

Bande soll bis zu 20.000 Dollar pro Schleusung kassiert haben

In der Neubrandenburger Innenstadt wurde die Wohnung eines mutmaßlich geschleusten vietnamesischen Staatsbürgers durchsucht. Derzeit würden die Identität und der Aufenthaltsstatus des Mannes überprüft, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Bande soll 5.000 bis 20.000 US-Dollar pro Schleusung kassiert haben. Mindestens 155 Menschen seien so mit erschlichenen Visa über Polen, die Slowakei oder Rumänien nach Deutschland gelangt, so der Vorwurf.

13 Beschuldigte im Fokus

Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt 13 Beschuldigte. Die Beamten durchsuchten neben Wohnungen auch Gewerbeimmobilien wie Nagelstudios und Restaurants. Die Beamten sicherten umfangreiches Beweismaterial, darunter Datenträger und weitere Unterlagen. Die Staatsanwaltschaft Berlin führt das Ermittlungsverfahren seit Juni 2019. Angestoßen wurde das Verfahren durch die Bundespolizeiinspektion Halle.

Geschleuste müssen Schulden abarbeiten

Für viele der Geschleusten führt der Weg nach rbb24-Recherchen häufig weiter nach Westdeutschland, Frankreich, die Niederlande oder Großbritannien. Dort müssen sie oft unter menschenunwürdigen Bedingungen in Nagelstudios, Restaurants, Bordellen oder illegalen Cannabis-Plantagen arbeiten, um ihre Schulden abzuzahlen.

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NDR 1 Radio MV | 03.03.2020 | 11:00 Uhr

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