Stand: 27.01.2020 11:31 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Bundeswehr führt Irak-Einsatz mit MV-Soldaten fort

Im nordirakischen Erbil bildet die Bundeswehr nun wieder kurdische Sicherheitskräfte aus.

Nach dreiwöchiger Pause sind die in Erbil im Nordirak stationierten 90 Bundeswehr-Angehörigen wieder im Einsatz. Zur Truppe gehören auch 20 Soldaten aus Mecklenburg-Vorpommern. Das hat ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam NDR 1 Radio MV am Montag bestätigt. In Erbil bilden die deutschen Soldaten gemeinsam mit ihren multinationalen Partnern kurdische Sicherheitskräfte aus. Nachdem vor drei Wochen der von der internationalen Anti-IS-Koalition genutzte Stützpunkt durch iranische Raketen angegriffen worden war, mussten sie ihre Aktivitäten vorübergehend einstellen.

Bundeswehr-Soldaten bei Raketenbeschuss in Schutzräumen

Auch die 20 Soldaten aus Mecklenburg-Vorpommern - überwiegend aus Torgelow und Hagenow - durften das Lager nicht mehr verlassen. Verletzt wurde bei dem Angriff keiner der deutschen Soldaten. Sie seien vor dem Raketenbeschuss gewarnt worden und hätten daraufhin Schutzräume aufgesucht, hieß es. Auch habe es im deutschen Camp keine Sachschäden gegeben. Ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums hatte am vergangenen Freitag gesagt, 34 US-Soldaten hätten Schädel-Hirn-Traumata  erlitten. In ersten Meldungen war noch von keinen verletzten US-Soldaten die Rede.

Lage hat sich wieder beruhigt

Mit dem Raketenangriff hatte Teheran auf die Tötung des iranischen Generals Quassem Soleimani bei einem US-Drohnenangriff im Irak reagiert. Die Tötung des Generals hatte die Spannungen zwischen den USA und dem Iran massiv verschärft und Sorgen vor einem Krieg zwischen den beiden Erzfeinden geweckt. Inzwischen hat sich die Lage aber wieder etwas beruhigt.

Bundestag verlängerte Mandat für Ausbildungsmission

Ungewiss ist, ob die Bundeswehr auch ihren Einsatz in Tadschi, 25 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad, wieder aufnehmen wird. Von dort waren Anfang des Monats 32 Bundeswehrangehörige aus Sicherheitsgründen nach Jordanien ausgeflogen worden. Neben der Ausbildung Einheimischer sind die deutschen Soldaten vor allem für Aufklärung und logistische Aufgaben zuständig. Das Mandat für die Ausbildungsmission in Erbil hatte der Bundestag zuletzt im Herbst verlängert. Es läuft bis Oktober 2020. Zum Kämpfen haben die deutschen Soldaten kein Mandat.

Tornados fliegen Aufklärungsflüge

Ihre Aufklärungsflüge im Rahmen des internationalen Einsatzes gegen die Terrormiliz hatte die Bundeswehr bereits wieder aufgenommen. Von der jordanischen Luftwaffenbasis Al-Asrak aus sind noch bis Ende März Tornado-Jets im Einsatz. Sie sollen Verstecke des IS in Syrien und im Irak aufspüren.

Deutsches Kontingent umfasst insgesamt 415 Soldaten

Das deutsche Kontingent für den internationalen Einsatz gegen den IS ("Counter Daesh") zählt derzeit 415 Männer und Frauen. Es wird von Jordanien aus geführt, dort sind rund 280 Soldaten stationiert sind. Knapp 90 Bundeswehrleute sind im nordirakischen Kurdengebiet im Einsatz, um kurdische Kräfte auszubilden. Ihre Schulungen ruhen nun. Im Militärkomplex Tadschi, 30 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bagdad, sind derzeit 27 Bundeswehrsoldaten für die Ausbildung irakischer Kräfte im Einsatz. Zudem gibt es im Hauptquartier der Anti-IS-Koalition in Bagdad fünf deutsche Soldaten.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 27.01.2020 | 11:00 Uhr

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