Stand: 14.08.2019 10:47 Uhr

Bund verkauft immer mehr Grundstücke in MV

von Frank Aischmann, ARD-Hauptstadtstudio Berlin

Angesichts steigender Bodenpreise fordert Linkenpolitiker Dietmar Bartsch die Privatisierung an den Küsten im Land zu stoppen. (Archivbild)

An der Ostseeküste werden immer mehr bundeseigene Grundstücke verkauft. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken hervor. Demnach verkaufte der Bund in Mecklenburg-Vorpommern innerhalb von zehn Jahren knapp 2.000 ehemalige Bundesliegenschaften.

Genaue Anzahl der Flächen unbekannt

Wie viele bundeseigene Flächen an der Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns seit 1990 genau veräußert wurden, kann jedoch nicht mehr genau ermittelt werden. Nach Bundesländern aufgeschlüsselte Statistiken führt die zuständige Bundesanstalt für Immobilienaufgaben erst seit 2009, geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Anfrage Dietmar Bartschs (Die Linke) hervor. Demnach sind in den vergangenen zehn Jahren in Mecklenburg-Vorpommern 1.944 Liegenschaften mit einer Fläche von rund 1.845 Hektar für einen Gesamterlös von rund 107 Millionen Euro privatisiert worden.

Bund besitzt Flächen in der Größenordnung Rostocks

Genau eingrenzen lassen sich die Flächen aufgrund fehlender Statistiken ebenfalls nicht, heißt es. Welche Landkreise an der Ostseeküste besonders von Immobilien- und Grundstücksverkäufen des Bundes betroffen waren, wird nicht statistisch erfasst. Insgesamt beläuft sich der Besitz des Bundes in den Landkreisen der Ostseeküste derzeit noch auf 875 Liegenschaften in der Größe von rund 27.000 Hektar - eine Fläche, die größer als das Gebiet der Hansestadt Rostock ist.

Bartsch fordert Verkaufsstopp

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Ostseegrundstücke nur für "Reiche"? Das müsse verhindert werden, so Bartsch.

Linkenpolitiker Bartsch fordert angesichts steigender Boden- und Immobilienpreise den Stopp weiterer Verkäufe bundeseigener Flächen an der Ostseeküste im Nordosten. Es müsse verhindert werden, dass sich nur noch Reiche die Ostsee leisten können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.08.2019 | 10:00 Uhr

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