Ein Bus steht auf einem Parkplatz. © NDR Foto: Sabine Frömel

Bund fördert mit Wasserstoff betankte Busse im Landkreis Rostock

Stand: 11.07.2022 17:15 Uhr

Im Landkreis Rostock sollen bald 52 Nahverkehrs-Busse fahren, die mit Wasserstoff betankt werden. Der Bund gibt dafür einen Zuschuss von knapp 20 Millionen Euro.

von Axel Krummenauer, NDR 1 Radio MV

Ende kommenden Jahres könnten die ersten Brennstoffzellen-Busse durch den Landkreis Rostock rollen. Insgesamt 52 solcher Busse will die Rebus Regionalbus Rostock GmbH anschaffen. Außerdem sollen zwei Wasserstoff-Tankstellen gebaut werden. Der Wasserstoff ist notwendig, damit zusammen mit Sauerstoff in den Brennstoffzellen Strom erzeugt werden kann, der die Elektromotoren antreibt. Rebus-Geschäftsführer Nienkerk sagte NDR 1 Radio MV, in den kommenden Wochen würden die Ausschreibungen für Tankstellen und Busse herausgegeben. Aktuell gebe es Lieferzeiten von bis zu 14 Monaten für Brennstoffzellen-Busse.

Wasserstofftankstelle in Güstrow

Rebus plant, die erste Wasserstoff-Tankstelle am Betriebshof in Güstrow zu errichten. Dort sollen auch die ersten 16 Brennstoffzellen-Busse stationiert werden. Später sollen eine weitere Tankstelle und weitere Busse am Standort in Bad Doberan hinzukommen. Der Bund fördert den Bau der Tankstellen mit 2,75 Millionen Euro. Für den Kauf der Brennstoffzellen-Busse fördert der Bund die Mehrkosten gegenüber vergleichbaren Diesel-Bussen in Höhe von 15,5 Millionen Euro. Das bedeutet, dass auch der Landkreis Rostock in den kommenden vier Jahren rund 20 Millionen Euro für den Kauf neuer Busse ausgeben muss.

Test im vergangenen Jahr

Im Mai 2021 hatte Rebus den Einsatz von mit Wasserstoff betriebenen Bussen getestet. Damals hatte ein polnischer Hersteller die Technologie in Güstrow vorgestellt. Fahrern und Fahrgästen fiel auf, dass die Brennstoffzellen-Busse schneller beschleunigen als herkömmliche Busse. Allerdings kosten sie mit mindestens 650.000 Euro pro Stück deutlich mehr als Diesel-Busse. Eine Anschaffung war daher nur mit entsprechender Förderung durch den Bund realistisch. Rebus, eine hundertprozentige Gesellschaft des Landkreises Rostock, musste allerdings einen Eigenanteil von zehn Prozent der Fördersumme aufbringen. Der Kreistag des Landkreises Rostock hatte daher auf seiner Sitzung am 27. April zugesichert, rund 1,8 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen.

Die letzten Diesel-Busse übergeben

Nun erhielt Rebus die Förderzusage aus dem Bundesverkehrsministerium, das an insgesamt 41 Verkehrsunternehmen aus Deutschland Förderungen überreichte. Insgesamt sind nach Angaben des Ministeriums erst rund 70 Brennstoffzellen-Busse in Deutschland unterwegs - vor allem in Hamburg, Köln und Wuppertal. Rebus ist bislang der einzige kommunale Verkehrsbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern, der auf die Brennstoffzellen-Technologie setzt. Der Verkehrsbetrieb Greifswald betreibt seine Busflotte schon seit Jahren fast ausschließlich mit Biomethan-Gas. Eine ähnliche Entwicklung strebt die Rostocker Straßenbahn AG an. Dort sind in den vergangenen Tagen die letzten sechs neuen Dieselbusse übergeben worden. Künftig setze die RSAG auf Elektrobusse oder Biomethan als Kraftstoff, so eine Unternehmenssprecherin.

Andere setzen auf Elektro-Batterien

Während Rebus die batteriebetriebenen Elektrobusse für sein Liniennetz ausgeschlossen hat, kommt man im Kreis Mecklenburgische Seenplatte zu dem umgekehrten Ergebnis. Dort wurde eine Studie mit dem Fraunhofer-Institut erstellt. Erstes Zwischenergebnis: Die Mecklenburg-Vorpommersche Verkehrsgesellschaft will künftig auf batteriebetriebene Elektrobusse setzen. Eine Förderung durch das Bundesverkehrsministerium sei beantragt, sagte MVVG-Geschäftsführer Grahn.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 11.07.2022 | 18:00 Uhr

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