Ein Plakat mit der Aufschrift "Bleibt zu Hause" hängt im Schaufenster eines geschlossenen Spielzeuggeschäfts in Hamburg. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

Bund-Länder-Gespräche: Drastische Maßnahmen gegen Corona

Stand: 28.10.2020 19:27 Uhr

Bund und Länder haben harte Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschlossen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig will sich gegen 19 Uhr äußern - hier live.

Die Bundesregierung will die steigenden Corona-Infektionszahlen mit drastischen Kontaktbeschränkungen und Schließungen wieder unter Kontrolle bekommen. Das erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am späten Nachmittag nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer. "Wir müssen jetzt handeln, um eine nationale Gesundheitsnotlage zu vermeiden", so Merkel. Alle Bundesländer tragen die Beschlüsse mit. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will nach Abschluss der Beratungen über die Ergebnisse informieren. NDR.de überträgt im Video-Livestream - vermutlich gegen 19 Uhr, wie es aus der Staatskanzlei hieß.

Weitgehendes Runterfahren des öffentlichen Lebens

Die neuen Regeln kommen dem Shutdown vom Frühling schon recht nah. Sie sollen am 2. November in Kraft treten - und vorerst bis Monatsende gelten.

  • private Kontakte sollen auf ein "absolut nötiges Minimum" reduziert werden
  • Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet
  • touristische Übernachtungen im Inland untersagt
  • Freizeit- und Kultureinrichtungen wie Theater, Opern, Kinos, Schwimmbäder und Fitnessstudios werden geschlossen
  • Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen werden geschlossen - Ausnahme: Kantinen und Lieferdienste
  • Profisport soll im November ohne Zuschauer stattfinden, Amateursport wird unterbunden
  • Groß- und Einzelhandel soll offen bleiben, in den Geschäften darf sich nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten
  • Schulen und Kindergärten bleiben offen
  • außerordentliche Wirtschaftshilfe für von Schließung betroffenen Betrieben in Höhe von 75 Prozent
  • Heimarbeit soll ausgebaut werden

Schwesig: Im November verzichten für Weihnachten mit der Familie

Schwesig hofft auf die Einsicht der Menschen. "Nicht alles, was in der Corona-Zeit erlaubt ist, muss man machen", sagte sie am Dienstag in Schwerin. Gerade die Reisen zu Familienfeiern in anderen Regionen würden die Gefahr in sich bergen, dass das Virus wieder ins Bundesland komme. "Alles, worauf wir im November jetzt verzichten, garantiert uns, dass wir dann Weihnachten in Familie sein können", betonte Schwesig. Aufgrund der steigenden Infektionszahlen sei ein Reduzieren der Kontakte notwendig, damit das öffentliche Leben weitergehen könne. Mecklenburg-Vorpommern sei in Deutschland das einzige Bundesland, in dem es noch kein Corona-Risikogebiet gebe, betonte die Regierungschefin. Allerdings könnten auch Menschen im Nordosten nicht mehr so gut vor dem Infektionsgeschehen geschützt werden, wie es noch im Frühjahr möglich gewesen sei.

Dehoga-Präsident Schwarz: Kein Verständnis für Einschränkungen

Aus der Gastronomie kommt bereits Widerstand gegen die Pläne der Bundeskanzlerin. Der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes in Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz, kritisierte die Beschlüsse: "Uns trifft es wieder mit voller Wucht", sagte Schwarz am Abend dem NDR. In der Branche herrsche
"Schockstarre". Schwarz befürchtet immense wirtschaftliche Folgen. Man werde in "Mithaft" genommen, für Vergehen, die andere anderswo begangen hätten. Schwarz forderte ausreichende Hilfen für die betroffenen Betriebe, um das "Sonderopfer" auszugleichen. Dazu werde er das Gespräch mit der Landesregierung suchen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 28.10.2020 | 18:00 Uhr

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