Das Gebäude der Staatskanzlei sowie das Schloss als Sitz des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern sind in Schwerin zu sehen. © dpa/picture alliance Foto: Jens Büttner

Bund-Länder-Beratungen: Schwesig für bundeseinheitliche Corona-Regeln

Stand: 07.01.2022 15:20 Uhr

Seit dem Mittag beraten Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten der Länder angesichts der Ausbreitung der Omikron-Varianten über schärfere Corona-Schutzmaßnahmen. Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sprach sich im Vorfeld für bundeseinheitliche Regelungen aus. Die Statements von Scholz und Schwesig übertragen wir nach den Gesprächen in einem NDR MV Live.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern breitet sich die besonders ansteckende Corona-Variante Omikron aus. Vor der Bund-Länder-Konferenz hatte sich die Landesregierung in Schwerin am Donnerstag mit der Lage im Land befasst. Die aktuellen Maßnahmen sollen bestehen bleiben, sie hätten sich bewährt, hieß es. Drei Forderungen wollte Ministerpräsidentin Schwesig mit in die Beratungen nehmen:

  1. Die Anti-Corona-Maßnahmen sollen bundesweit einheitlich sein, um "Corona-Tourismus" zu verhindern.
  2. Forderung nach Experteneinschätzung: Reichen die jetzigen Maßnahmen aus, um die Krankenhäuser vor einer Überlastung in der Omikronwelle zu schützen?
  3. Vorschlag, Reha-Maßnahmen auf das Notwendigste zu beschränken, damit mehr Betten frei sind.

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Schwesig: Quarantäne auf's Notwendigste beschränken

Außerdem sprach sich Schwesig dafür aus, Quarantäne auf das Notwendigste zu beschränken. Denkbar sei, dass sich Menschen die bereits eine dritte Impfung erhalten haben, sich nach fünf Tagen mit einem PCR-Test freitesten können. Dabei sei die Balance zu halten: Es gelte, einerseits die notwendige Quarantänezeit einzuhalten, damit sich nicht noch mehr Menschen anstecken, und andererseits die kritische Infrastruktur aufrecht zu erhalten.

Notfallpläne: Gerechnet wird mit 25 Prozent weniger Personal

Zur Zeit werden in diesen Bereichen Notfallpläne erarbeitet, wie die Versorgung auch bei vielen Krankheitsfällen gewährleistet werden könne. Über die Feiertage war die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen spürbar gesunken. Doch führen Experten diesen Trend vor allem auch auf die geringere Zahl von Corona-Tests in der Ferienzeit zurück.

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Infektiologe Reisinger: "Die Lage ist ernst"

Deutliche Worte kamen auch vom Rostocker Infektiologe Emil Reisinger, der im Expertenrat der Landesregierung sitzt: "Omikron ist deutlich infektiöser als die bisherigen Varianten, aber es macht weniger krank. Die Lage ist tatsächlich ernst. Ich bitte Sie alle, sich dringend impfen, beziehungsweise boostern zu lassen."

Sprunghafter Anstieg der Infektionen

Bereits am Dienstag waren die Fallzahlen wieder sprunghaft gestiegen. Virologen erwarten mit der zunehmenden Verbreitung der Omikron-Variante einen weiteren Zuwachs. Mitte Dezember lag der Omikron-Anteil noch bei drei Prozent. Am Mittwochnachmittag sprachen die Wissenschaftler von einem Omikron-Anteil von mehr als 50 Prozent an den Neuinfektionen. Bereits am Abend teilte der Krisenstab der Landesregierung dann mit, dass der Anteil der Omikron-Variante bei 62 Prozent liege. Die Landesregierung hatte bereits vor Weihnachten die Kontaktmöglichkeiten massiv eingeschränkt. Zudem gelten die bundesweit wohl schärfsten Zugangsbestimmungen für Gaststätten und Hotels. Museen, Theater und Kinos sind in weiten Teilen des Landes geschlossen. In den Schulen sind drei Corona-Tests pro Woche Pflicht.

Lauterbach für härtere Kontaktbeschränkungen

Der Ludwigsluster Landrat Stefan Sternberg (SPD), der mit im Corona-Expertenrat der Bundesregierung sitzt, forderte mehr bundeseinheitliche Regelungen zur Eindämmung der Pandemie, unter anderem bei den Zugangsbeschränkungen für Gaststätten. Am Freitag wollen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten der Länder den weiteren Kurs in der Pandemie festlegen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sprach sich vor dem Hintergrund rapide steigender Infektionszahlen bereits für härtere Kontaktbeschränkungen aus, ohne aber konkret zu werden. Im Gespräch ist auch eine Verkürzung der Quarantäne für Kontaktpersonen, um bei hohen Infektionszahlen wichtige Versorgungsbereiche aufrecht erhalten zu können.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 07.01.2022 | 15:00 Uhr

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