Stand: 19.02.2020 06:24 Uhr  - Nordmagazin

Brunn: Bürger sollen über Solarpark entscheiden

Das Dorf Brunn bei Neubrandenburg aus der Vogelperspektive. © NDR Foto: NDR
Bis Ende März solle die Meinungsumfrage abgeschlossen sein, sagte Brunns Bürgermeister Christian Schenk. (Archivbild)

Zum möglichen Bau eines Mega-Solarparks in der Nähe des Dorfes Brunn bei Neubrandenburg (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) sollen die Einwohner befragt werden. Dafür haben sich die Gemeindevertreter am Dienstagabend mehrheitlich ausgesprochen. Die Firma EnviTec Biogas AG aus Niedersachsen will die Anlage knapp einen Kilometer vom Dorf entfernt bauen lassen.

1.000 Einwohner sollen befragt werden

Bis Ende März solle die Meinungsumfrage abgeschlossen sein, sagte Brunns Bürgermeister Christian Schenk. Aufgerufen dazu sind etwas über 1.000 Einwohner der Gemeinde Brunn. Dazu gehören die Dörfer Ganzkow, Brunn, Roggenhagen und Dahlen. Über den genauen Ablauf der Befragung müsse aber noch entschieden werden, heißt es. Möglich sei, dass bis zu einem festen Termin alle volljährigen Einwohner die Möglichkeit haben haben, per Brief über den geplanten Bau des etwa 200 Hektar großen Solarparks abzustimmen.

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Gemeinderat muss letztlich entscheiden

Das Ergebnis der Abstimmung werde erheblichen Einfluss auf die Entscheidung des Gemeinderates von Brunn haben, ob er er dem Bau des Solarparkes zustimmen wird oder nicht, so der Bürgermeister. Die Zustimmung des Gemeinderates für den Bau ist notwendig, da viele für den geplanten Solarpark vorgesehenen Flächen Gemeindeeigentum sind. Eine Bürgerinitiative spricht sich gegen den Bau des Solarparks bei Brunn aus, weil sie Umweltschäden befürchtet.

Bürgerinitiative ist gegen das Projekt

In Brunn kursieren seit Monaten Gerüchte. Viele Anwohner sind verunsichert. Deshalb hat EnviTec Anfang Februar zu einer Informationsveranstaltung geladen, um die Pläne vorzustellen. Knapp 200 Einwohner aus Brunn und den Nachbargemeinden kamen. Die Bürgerinitiative "Kleiner Landgraben" steht dem Vorhaben kritisch gegenüber. Die Mitglieder befürchten Umweltschäden für ein nahegelegenes Moorgebiet. Sie hatten deshalb mit Unterschriftenaktionen und Demonstrationen gegen den geplanten Solarpark protestiert.

Der Gemeinde winkt hohe Gewerbesteuer

Die Gemeinde Brunn, die seit Jahren Schulden hat, könnte von dem Projekt profitieren und pro Jahr etwa 100.000 Euro Gewerbesteuer einnehmen. Außerdem verspricht der Investor, den Haushalten in den betroffenen Dörfern einen Zuschuss von bis zu 100 Euro pro Stromrechnung zu zahlen. Vorausgesetzt, der Solarpark wird auch gebaut. Jetzt müssen die Brunner entscheiden, ob sie den gigantischen Solarpark vor ihrer Haustür haben wollen.

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Nordmagazin | 19.02.2020 | 06:30 Uhr

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