Regionale Schule am Mühlenberg Cambs © NDR Foto: NDR Newcomernews

Breitbandausbau in MV: Recht auf schnelles Internet

Stand: 22.04.2021 12:03 Uhr

Der Bundestag hat am Morgen beschlossen: Die Bürger in Deutschland haben ab 2022 ein Recht auf schnelles Internet. In Mecklenburg-Vorpommern hinkt der Breitbandausbau aber noch immer hinterher.

Ab Mitte 2022, also in etwas mehr als einem Jahr, können die Menschen in Deutschland dieses Recht einfordern. Voraussetzung ist, dass der Bundesrat dem Gesetz noch zustimmt. Was genau "schnelles Internet" dann bedeutet, das steht noch nicht fest. Für das schnelle Hochladen, Runterladen und die Latenz, die Reaktionszeit, sollen Mindestvorgaben gemacht werden, die müssen aber erst noch berechnet werden. Bisher ist beim Download ein Richtwert von 30 Mbit (megabit) pro Sekunde die Rede.

Als ideal gilt eine Geschwindigkeit von 100 Mbit

Dabei ist eine Geschwindigkeit von 30 Mbit die absolute Untergrenze. Am Beispiel einer vierköpfige Familie bedeutet das: Da ist die Mutter etwa in einer Online-Konferenz, während der Vater gleichzeitig telefoniert und die Kinder ihre Hausaufgaben herunterladen müssen. Experten meinen, 30 Mbit seien dafür wirklich die Mindestvoraussetzung. Wer einen Film streamen möchte, ohne dass der ruckelt, benötigt allerdings rund 100 Mbit.

Im Ländervergleich liegt MV weit hinten

Von dieser Geschwindigkeit sind die meisten Regionen in Mecklenburg-Vorpommerns noch ziemlich weit entfernt. Beim Blick in den Breitbandatlas - also den Atlas für schnelles Internet - des Bundeswirtschaftsministeriums ist auf den ersten Blick klar ersichtlich: Im Ländervergleich hinkt MV allen anderen Bundesländern hinterher. Nur in Mecklenburg-Vorpommern sind noch Regionen ausgewiesen, in denen weniger als die Hälfte der Haushalte überhaupt Zugang zu schnellem Internet hat. Auf das ganze Bundesland gerechnet, heißt das in Zahlen: Hier haben zur Zeit rund 80 Prozent der Nutzer Zugriff auf schnelles Netz, im Bundesdurchschnitt sind es 95 Prozent.

80 Projekte in Umsetzung, weitere in Planung

Nach Angaben der Landesregierung stehen für den Breitbandausbau in Mecklenburg-Vorpommern insgesamt mehr als 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung. Etwa 80 Breitbandausbau-Projekte sind laut Landesregierung in der Umsetzung, die meisten anderen seien in der Schlussphase der Ausschreibungen. Aber Mitte 2022 - wenn das Recht auf schnelles Internet in Deutschland gesetzlich gelten soll - dürfte es da in Mecklenburg-Vorpommern noch so einige weiße Flecken geben.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.04.2021 | 12:00 Uhr

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