Stand: 11.08.2020 10:22 Uhr

Blaualgen-Verdacht im Bodden bestätigt

Blaualgen an einer unbewachten Badestelle am Strand von Tremt (Greifswalder Bodden). © NDR Foto: Anna-Lou Beckmann
Eine Algenblüte wie hier am Greifswalder Bodden ist am muffigen Geruch, an trübem Wasser und blaugrünen Schlieren auf der Wasseroberfläche zu erkennen.

Der Verdacht auf Blaualgen an drei Badestellen am Greifswalder Bodden hat sich bestätigt. Nach Angaben des Landkreises Vorpommern-Greifswald konnte in den Wasserproben eine hohe Konzentration von Cyano-Bakterien (Blaualgen) nachgewiesen werden. Somit bleibt das Baden im Strandbad Eldena sowie den Badestellen von Wampen und der Insel Riems verboten.

Weitere Ergebnisse liegen Mittwoch vor

Entwarnung gibt es dagegen an den Stränden von Lubmin, Gahlkow, Loissin und Ludwigsburg. Nach Angaben des Kreises wurden dort keine Blaualgen festgestellt. Die Behörde hat zudem weitere Badestellen am Greifswalder Bodden und dem Usedomer Achterwasser augenscheinlich untersucht. Dabei wurde in Usedom-Stadt ein leichter und in Krienke ein starker Algenbefall festgestellt. Die Ergebnisse der an das Landesgesundheitsamt verschickten Wasserproben sollen am Mittwoch vorliegen.

Hunde am Wochenende verendet

Am Wochenende waren in Wampen bei Greifswald zwei Hunde gestorben, nachdem sie am Bodden gebadet und größere Mengen Wasser geschluckt hatten. Am Dienstag meldete das Veterinäramt des Kreises einen dritten verendeten Hund. Auch dieser hatte in Wampen Boddenwasser gesoffen.

Blaualgen auch an Binnenseen in MV

Auch an den ersten Binnenseen gelten Warnungen vor Blaualgen, zum Beispiel am Reppin am Schweriner See sowie am Zippendorfer Strand und im Bereich Freibad Kalkwerder in Schwerin.

Wetter begünstigt Blaualgen-Wachstum

Aufgrund von Hitze vermehren sich die Blaualgen, die natürlicherweise in der Ostsee vorkommen, stark. Wie Experten erklären, ist der Wind zu schwach, um die Algenteppiche von den Stränden wegzutreiben. Eine Algenblüte ist an einem muffigen Geruch, an trübem Wasser und an blaugrünen Schlieren auf der Wasseroberfläche zu erkennen. Blaualgen bilden giftige Toxine, die beim Menschen zu Durchfall, allergischen Reaktionen und Fieber führen können.

Weitere Informationen
Zwei Mädchen beim Baden am Ostseestrand von Glowe © Picture-Alliance / dpa Foto: Stefan Sauer

Blaualgen: Wann wird das Baden gefährlich?

Die Hitze dieser Tage lässt wieder Blaualgen wachsen. In vielen Seen, aber auch an der Ostsee vermehren sie sich derzeit rasant. So vermeiden Badende Infektionen und Vergiftungen. mehr

Ein Schild "Vom Baden wird abgeraten - Blaualgen" steht am Hohnsensee. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Sommerliches Wetter lässt Blaualgen sprießen

Bereits an acht Badestellen im Land warnt das Landesgesundheitsamt vor Blaualgen. Betroffen sind unter anderem die Ricklinger Kiesteiche in Hannover und das Zwischenahner Meer. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 11.08.2020 | 10:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Harry Glawe, Gesundheitsminister, im NDR MV Live Studio © NDR Foto: Screenshot

Glawe: Lockerungen der Maskenpflicht nur schrittweise

Heute will sich die Landesregierung in MV mit Ausstiegsszenarien beschäftigen. Zudem soll es Lockerungen bei der Testpflicht geben. mehr