Stand: 24.04.2020 13:24 Uhr

Bildungsministerin: "Schulen in MV gut vorbereitet"

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) hält die Schulen im Land für den Wiedereinstieg am Montag für gut vorbereitet. Dann gehen die Schülerinnen und Schüler wieder zur Schule, die jetzt ihren Abschluss machen sollen. Martin sagte in einem NDR Interview, man habe klare Hygieneregeln aufgestellt, die in den vergangenen Tagen unter Hochdruck vorbereitet wurden. So dürften Kinder und Jugendliche nur unter Aufsicht zur Toilette gehen, maximal 15 Schüler dürften sich gemeinsam in einem Klassenraum aufhalten.

Mediziner raten: Kein Desinfektionsmittel an Schulen

Die Bildungsministerin verteidigte nochmals die Entscheidung, dass keine Desinfektionsmittel in den staatlichen Schulen zur Benutzung angeboten werden. "Uns haben Mediziner um Professor Reisinger sehr klar und deutlich gesagt: 'Macht das bitte nicht, die Gefahren sind weitaus größer als der Nutzen von Desinfektionsmitteln, wenn man mit Kindern arbeitet. Dieser hochkonzentrierte Alkohol, der ist toxisch!'" In der Schule selbst sollen die Kinder und Jugendlichen nach Angaben von Bettina Martin keine Alltagsmasken tragen. Einzige Ausnahme: Sollte es regnen und die Schüler könnten während der Hofpause nicht nach draußen gehen, dann sollten sie einen solchen Schutz tragen. Daher sollten Kinder und Jugendliche für die Schule idealerweise einen Mund-Nasen-Schutz dabeihaben.

Gesichtsmaske im Schulbus Pflicht

Nach Angaben der Bildungsministerin müssen die Schülerinnen und Schüler dagegen in Verkehrsmitteln auf dem Weg zur Schule eine Maske tragen. Am Montag starten von insgesamt 160.000 Schulkindern zunächst 20.000 wieder mit Konsultationen und Unterricht. Gleichzeitig wird überall im Land der reguläre Schulbusverkehr angeboten. Wenn eine Woche später die Viertklässler wieder starten, dann werde es auch in den Bussen voller. Martin erwartet von den zuständigen Kreisen und Städten, dass sie entsprechend mehr Schulbusse zur Verfügung stellen, damit die Kinder und Jugendlichen untereinander Abstand wahren könnten: "Das wird sichergestellt, indem man natürlich keinen ganz vollen Bus haben wird. Die Planungen laufen, dass nicht alle Schüler in einen Bus gehen können. Es wird nicht jeder Platz besetzt werden können. Das muss sichergestellt werden. Und die Kinder und Jugendlichen müssen das auch wissen. Da muss ich auch noch mal an die Eltern appellieren: Sprecht mit Euren Kindern darüber!"

Martin: Mehr Räume, mehr Lehrer gebraucht

Ein Drittel aller Lehrer gehört nach Zahlen des Bildungsministeriums aufgrund des Alters oder wegen Vorerkrankungen zur Corona- Risikogruppe. Bildungsministerin Martin sprach in diesem Zusammenhang von einer großen Herausforderung. "Wir haben weniger Lehrkräfte vor Ort. Wir brauchen mehr Räume, weil wir Lerngruppen trennen. Das bedeutet, wir brauchen für eine Klasse vielleicht zwei Lehrer, manchmal sogar mehr. Wir werden nicht alle Schülerinnen und Schüler zu allen Zeiten in den Schulen haben können." Martin warnte, der Unterricht werde künftig nicht so sein, wie wir ihn kennen. Und auch das, was die Schüler in diesem Jahr nicht lernen, wird nicht alles im nächsten Schuljahr nachgeholt werden können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 24.04.2020 | 12:00 Uhr

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