Stand: 09.03.2020 11:25 Uhr

Betreiber müssen "Thor Steinar"-Laden räumen

Anhänger der rechtsextremen Szene während einer Kundgebung © picture-alliance/dpa Foto: Bernd von Jutrczenka
Die Marke "Thor Steinar" ist vor allem bei Rechtsextremen beliebt. (Themenbild)

Die Betreiber eines "Thor Steinar"-Ladens müssen ihr Geschäft im Zentrum von Neubrandenburg räumen. Das Landgericht Neubrandenburg ordnete die Räumung am Montag an und gab damit der Klage der Vermieterin statt.

Gericht sieht arglistige Täuschung

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass durch die Betreiber des Geschäfts ohne Absprache ein Passus in den Mietvertrag eingetragen wurde, in dem steht, dass der Mieter auch mit "Thor Steinar"-Bekleidung handelt. Davon ist aber im ursprünglichen - von der Vermieterin als verbindlich angesehenen Vertrag - keine Rede gewesen. Deshalb geht das Gericht von arglistiger Täuschung aus.

Anhaltender Protest gegen Bekleidungsgeschäft

Das Bekleidungsgeschäft in bester Lage war Anfang 2019 eröffnet worden. Seitdem hatte es immer wieder Proteste gegeben, die meist friedlich blieben. Nur im Januar 2020 wurden mit Farbe gefüllte Gläser nachts gegen Schaufenster und Fassade des Geschäftes geworfen. Durch die "Farbbomben" entstand ein geschätzter Schaden von mehreren Tausend Euro. Der Vorfall blieb unaufgeklärt.

Entscheidung noch nicht rechtskräftig

Die Marke "Thor Steinar" ist in der rechten Szene sehr beliebt. Um Läden mit dieser Bekleidungsmarke gab es immer wieder Streit, unter anderem in Rostock, Hannover und Berlin. Die Entscheidung des Landgerichts sei noch nicht rechtskräftig, erläuterte der Richter. Beide Seiten hätten nach der Zustellung des schriftlichen Urteils einen Monat Zeit, um über eine Berufung beim Oberlandesgericht zu entscheiden.

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NDR 1 Radio MV | 09.03.2020 | 14:00 Uhr

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