Stand: 26.09.2019 06:00 Uhr

Kita-Studie: Kontroverse Reaktionen aus MV

In den Kindertagesstätten in Mecklenburg-Vorpommern ist die Betreuungssitution nicht kindgerecht. Zu diesem Schluss kommt die Bertelsmann-Stiftung in ihrem aktuellen Länder-Monitoring zur frühkindlichen Bildung in Deutschland. Die Reaktionen auf die Studie sind in Mecklenburg-Vorpommern unterschiedlich ausgefallen. Besonders in der Kritik steht der Fachkräftemangel.

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6.800 Erzieher zusätzlich nötig

Die Studie kritisiert erneut die Personalausstattung in den Kitas im Land. Mit sechs Krippenkindern pro Fachkraft habe Mecklenburg-Vorpommern nach Sachsen den bundesweit ungünstigsten Wert, heißt es. In den Kindergartengruppen habe sich das Verhältnis zwar deutlich verbessert. Es bleibe aber das bundesweit schlechteste. Für eine kindgerechte Betreuung fehlen nach Angaben der Stiftung aktuell gut 6.800 Vollzeitkräfte. Jährlich kämen aber nur 700 Betreuende aus der Ausbildung in den Arbeitsalltag. Hinzu kommen noch weitere 3.000, um die Ruhestandswelle der kommenden Jahre abzufedern. Das bereite Sorgen, sagte die Familienexpertin der Linksfraktion Jacqueline Bernhardt. Sie fordert vom Land, endlich den Ausbildungsbedarf neu zu berechnen und dann auch mehr Plätze anzubieten.

GEW fordert einheitlichen Personalschlüssel

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert im Zusammenhang mit der Studie, die regionalen Unterschiede in der Personalausstattung zu beenden. So sei eine Fachkraft im Landkreis Vorpommern-Rügen für knapp zwölf Kinder zuständig, im Landkreis Vorpommern-Greifswald hingegen sogar für 14 Kinder. Dadurch könnten Bildungsunterschiede entstehen, sagt die Landesvorsitzende GEW Annett Lindner. Sie fordert daher insgesamt mehr Personal und einheitliche Bedingungen in den Kitas des Landes. Hier müsse das Land einen Mindestpersonalschlüssel ins Gesetz schreiben, fordert der Kita-Referent der GEW Erik von Mallottki.

Mittel komplett für Elternbeitragsfreiheit genutzt

Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt für Krippengruppen maximal drei und im Kindergarten siebeneinhalb Kinder pro Fachkraft. Der Studie zufolge betreut eine Fachkraft aber mehr als 13 Kindergarten-Kinder. Im Kita-Alltag sei das Betreuungsverhältnis oft noch ungünstiger, weil sich Erzieher auch Dokumentationsaufgaben oder Elterngesprächen widmen müssen. Die Bildungs-Experten kritisieren, dass die Mittel des Bundes-Kita-Gesetzes komplett für die Elternbeitragsfreiheit genutzt werden. Laut Studie wäre dieses Geld dringend für den Qualitätsausbau nötig.

Sozialministerin Drese bezweifelt Aussagekraft der Studie

Für Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) ist die Aussagekraft der Studie hingegen begrenzt. In der Studie sei nicht berücksichtigt worden, dass das Personal überdurchschnittlich ausgebildet ist und viel in die Qualitätsverbesserung der Kindertagespflege investiert wurde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.09.2019 | 06:00 Uhr

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